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Zu wenige Wirkstoff-Dosen: Engpass hemmt aktuell Impfbetrieb im Kreis

Corona : Zu wenig Impfstoff und ein Todesfall im Kreis Vulkaneifel

Diese Woche werden weiterhin Bewohner und Beschäftigte in Seniorenheimen versorgt. Das Serum reicht dann noch täglich für weitere 200 Menschen im Kreis.

 Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Vulkaneifel, die kurz vor Weihnachten noch bei rund 200 lag, ist weiter rückläufig und seit Samstag von 95,7 auf 87,4 gesunken. Dennoch plädiert Dr. Volker Schneiders, Leiter des Gesundheitsamts Daun, für eine Fortsetzung des Lockdowns – vor allem, was den Präsenzunterricht an den Schuen betrifft. Und zwar „am besten bis nach Karneval (also Mitte Februar, Anm. der Red.), aber zumindest bis das Abitur an den G 9-Schulen geschrieben ist“. Denn ansonsten drohten viele individuelle Nachschreibetermine, und man dürfe den jungen Mescnhen nicht ihre Zukunft verbauen. Schneiders: „Der Unterricht an sich ist infektiologisch nicht das Problem, ab das Davor und das Danach, denn es herrscht einfach eine hohe Mobilität. Und die birgt bei der aktuell noch zu hohen Inzidenz einfach zu viele Gefahren.“

Im Regina-Protmann-Seniorenheim in Daun ist die Lage laut Schneiders bislang weiter stabil: So hat sich die Zahl der Infizierten seit Samstag nicht erhöht und bleibt bei zwei positiv getesteten Mitarbeiterinnen und 13 Bewohnern – allesamt aus einem Wohnbereich, der unter Quarantäne gestellt wurde. Insgesamt befinden sich in diesem Wohnbereich 47 Bewohner und 30 Mitarbeiter. Das gesamte Heim beherbergt 169 Bewohner und 135 Beschäftigte.

Um einen weiteren Ausbruch zu verhindern oder zumindest einzudämmen, gilt eine restriktive Besuchsregelung (mit Schnelltests für die Besucher), ein Aufnahmestopp sowie eine regelhafte Testung: Die Mitarbeiter werden alle zwei Tage per Schnelltest untersucht, die Bewohner zweimal in der Woche. Schlägt der Test positiv an, erfolgt umgehend ein PCR-Test. Das gilt auch für alle, die Symptome zeigen. Die sonstigen Schutzmaßnahmen – wie Schutzkleidung und FFP2-Masken fürs Personal – sind obligatorisch.

Am Montag ist zudem die zweite Impfung für Bewohner und Personal des Heims angelaufen. Daher wurden laut Gesundheitsamt am Sonntag dort noch Schnelltests gemacht. Da zwei positiv ausfielen, wurde ein PCR-Test nachgeschoben. Die Ergebnisse stehen aber noch aus. Sie sind aber wichtig, denn: Ist jemand infiziert, wird er nicht geimpft.

Den ersten Coronafall gibt es laut Gesundheitsamt nun auch in der intergrativen Kindertagesstätte in Daun, wo eine Mitarbeiterin an Covid-19 erkrankt ist. Daraufhin wurden laut Amtsarzt Schneiders 14 Personen der Kontaktstufe I (Kolleginnen und Kinder) in Quarantäne gesteckt und von ihnen Abstriche genommen. Die Testergebnisse stehen noch aus.

Apropos Impfungen:   Seit 27. De­zember sind im Kreis Vulkaneifel (Stand Montagmittag)  insgesamt 1862 Menschen aus dem Landkreis Vulkaneifel gegen Covid-19 geimpft worden, davon 931 in den Alten- und Pflegeheimen und weitere 931 Menschen im Impfzentrum Vulkaneifel in Hil­lesheim. Bis Anfang nächster Woche soll laut Landrat Heinz-Peter Thiel (parteilos) in allen Seniorenheimen im Kreis die zweite Impfung vorgenommen worden sein.

Die Immunisierung setze „dann sieben bis 14 Tage nach der zweiten Dosis ein“, sagt Schneiders, „doch bereits nach der ersten Impfung reduziert sich das Risiko für einen schweren Verlauf um ein Drittel“. Doch auch zwischen erster und zweiter Spritze könne man sich infizieren – so geschehen bei einem halben Dutzend Bewohner des Protmann-Stifts in Daun.

Diese Woche gibt es laut Landrat Thiel jedoch einen Engpass an Impfstoff, sodass im Impfzentrum in Hillesheim täglich „nur“ rund 200 Impfungen vorgenommen werden könnten. Für nächste Woche seien aber wieder mehr Impfdosen zugesagt.

Einiges Kopfzerbrechen bereiten ihm derzeit die vielen Über-80-Jährigen, die alleine zuhause wohnen. Sie seien zwar alle angeschrieben worden, „doch ich denke, dass wir sie persönlich ansprechen müssen, um sie wirklich zu erreichen“, sagt Landrat Thiel. Das sei nun mit den Verbandsgemeinden auf den Weg gebraucht worden. Bürgermeister, Ortsvorsteher oder „Kümmerer“ in den Orten wollen das jetzt übernehmen.