Zufriedene Bauern und viel Gesprächsstoff beim Knollenball

Zufriedene Bauern und viel Gesprächsstoff beim Knollenball

"Auf zum Knollenball" heißt es für Landwirte und Freunde der Landwirtschaft alljährlich zum Jahresanfang. Im Forum Daun gab es neben Milchgetränken zum Fest der Landwirtschaft auch viel Unterhaltung und Tanz.

Daun. Von der Knolle (Kartoffel) ist beim Fest der Landwirtschaft nichts zu sehen. Aber am Namen der Veranstaltung, die vom Kreisbauernverband Daun organisiert wird, halten die Organisatoren fest. Vollerwerbslandwirte sind unter den Gästen des Festes eher in der Minderzahl. Die meisten sind Nebenerwerbslandwirte und ehemalige Landwirte.
Ein wichtiges Gesprächsthema ist das Jahr 2012. "Die Milchpreise waren Anfang 2012 nicht so gut, haben sich aber im Laufe des Jahres zum Positiven entwickelt. Sie könnten natürlich noch besser sein", sagt der 28-jährige Michael Rodermann, der auf seinem Hof in Wiesbaum 180 Milchkühe hält und 240 Hektar Fläche bewirtschaftet. Franz Klünter (57) aus Stadtkyll hat sich als Nebenerwerbslandwirt auf die Zucht von reinen französischen Limousin-Rindern spezialisiert. "2012 war wirklich gut für mich. Ich hatte eine gute Ernte, der Ertrag war ganz in Ordnung und die Preise für die Tiere waren gut", sagt er.
Manfred Reif aus Katzwinkel hat 95 Kühe in seinem Stall stehen. "Es gab schon schlechtere Jahre", sagt er. Der 56-Jährige lebt nur von der Milch. "Der Milchpreis darf sich ruhig moderat erhöhen, das würde ich mir auch wünschen, aber nicht zu viel auf einen Sprung. Das macht manche Landwirte leichtsinnig."
Auch Helmut Daun, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Daun, weiß um die Probleme in der Landwirtschaft. "Das Wichtigste, was uns auf den Nägeln brennt, sind Flächenstilllegungen durch die GAP-Reform (siehe Extra). Es darf nicht sein, dass wir sieben Prozent der Flächen aus der Produktion nehmen müssen. Deshalb ist unsere Forderung klar: Wir müssen davon wegkommen", sagte er.
Daun fordert die Landwirte aber auch auf, den Nicht-Landwirten mit Offenheit zu begegnen.
"Das Ansehen des Berufs Landwirt ist gut. Wir müssen die Öffentlichkeit aber weiter aufklären, was wir machen. Höfe, auf denen keine Kühe mehr auf den Wiesen zu sehen sind, werfen Fragen bei den Verbrauchern auf. Wir müssen zeigen, dass wir tiergerecht, umweltbewusst und nachhaltig arbeiten", sagt der Kreisbauernvorsitzende. HGExtra

Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) ist ein Aufgabenbereich der Europäischen Union. Sie beruht auf gemeinsamen Marktordnungen und der Entwicklung des ländlichen Raums. Ziel der Reform ist es, die Produktivität der Landwirtschaft durch Förderung des technischen Fortschritts, Rationalisierung der landwirtschaftlichen Erzeugung und den bestmöglichen Einsatz der Produktionsfaktoren, insbesondere der Arbeitskräfte, zu steigern. HG

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