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Zukunft der Eifelquerbahn

Verkehr : Zukunft der Eifelquerbahn: Ulmen drängt auf eine Weichenstellung

Seit sechs Jahren fährt kein Zug mehr auf der Eifelquerbahn von Gerolstein nach Kaisersesch. Die Verbandsgemeinde Ulmen will nun wieder etwas Bewegung in das Thema bringen und die betroffenen Kommunen zu einem Treffen Anfang 2019 einladen, um sich auf ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept für die Strecke zu verständigen.

Hier soll mal ein Zug gefahren sein? Für Ortskundige nur noch schwer vorstellbar, denn die Gleise auf der Eifelquerbahn sind an vielen Stellen so zugewachsen, dass sie kaum noch erkennbar sind. Kein Wunder, denn die Natur hatte mittlerweile sechs Jahre Zeit, sich auf der Bahnstrecke zwischen Gerolstein und Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) wieder breitzumachen. Im Herbst 2012 ist der letzte Zug gefahren, und seitdem ist viel diskutiert worden, was mit der Strecke geschehen soll.  Nun hat der Rat der Verbandsgemeinde Ulmen (Kreis Cochem-Zell) das Thema wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Aber vor allem dort wird die Option Radweg (auf einem Teil der Strecke) favorisiert. Der Stadtrat hatte das bereits als „einen Plan für eine alternative Nutzung“ beschlossen, der Chancen für Tourismus und Gastronomie biete. Kann das funktionieren? „Wir sollten noch mal eine Initiative starten. Es wird keine Insellösung geben, da müssen alle mitspielen“, sagt Alfred Steimers, Bürgermeister. Diese Absichtserklärung gab es in den vergangenen Jahren von verschiedenen Stellen bereits mehrfach. Nun aber will die VG Ulmen die Mitglieder des „Kommunalen Arbeitskreises Eifelquerbahn“ (dazu gehören die Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kaisersesch, Kelberg und Ulmen sowie die Landkreise Cochem-Zell und Vulkaneifel) zu einem Treffen Anfang kommenden Jahres einladen, „um sich gemeinsam auf ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept für die Strecke zu verständigen“. Der Zug Richtung Bahnverkehr sei abgefahren, man müsse sich Richtung Tourismus bewegen, meinte CDU-Ratsmitglied Andreas Peifer: „Wir sollten uns schneller darum kümmern, als die Bäume wachsen.“

Wie ist der Stand der Dinge: Zwar hat die rot-gelb-grüne Landesregierung nicht das endgültige Aus für eine Reaktivierung verkündet, sie aber praktisch aufs Abstellgleis geschoben. Ein Gutachten hatte ergeben, dass mindestens 40 Millionen Euro nötig wären, um die Strecke so auf Vordermann zu bringen, dass dort wieder regelmäßiger Personennahverkehr möglich wäre. „Das Land kann vor dem Hintergrund der fehlenden Wirtschaftlichkeit dieses Projekt nicht finanzieren“, hatte Andy Becht (FDP), Staatssekretär im Verkehrsministerium, dem Landrat des Vulkaneifelkreises, Heinz-Peter Thiel, mitgeteilt. Der hatte sich mit seinem Amtskollegen Manfred Schnur (Kreis Cochem-Zell) und den Bürgermeistern der fünf Verbandsgemeinden, an einer Resolution an das Land gewandt, in der die Reaktivierung gefordert wurde.

Eine rein touristische Nutzung, wie es sie von 2001 bis 2012 mit historischen Schienenbussen und Dampfloks gegeben hatte, lehnen die Verwaltungschefs ab. Das hätte etwa 24 Millionen Euro (davon rund 3,6 Millionen Euro aus kommunaler Kasse) gekostet, aus ihrer Sicht nicht zu verantworten. Ihr Vorschlag: Wenn schon, dann richtig, also 40 Millionen Euro investieren, um die Strecke wieder zu nutzen. Mehrere Argumente sprechen allerdings für das Land gegen diese Option. Becht wies darauf hin, dass es im „Verkehrskorridor, der von der Eifelquerbahn abgedeckt wird“, Verbesserungen geben werde. Dazu zähle die regionale Buslinie 500. Sie werde von Ende 2021 an täglich und zumindest an Werktagen im Stundentakt von Cochem über Ulmen und Daun nach Gerolstein verkehren. Die Haltung des Landes ist also eindeutig: Es wird keinen regulären Personennahverkehr für die ganze Strecke geben. Aber es gibt noch einen anderen Vorschlag: Eine Alternative für die Reaktivierung und zu einem Radweg könnte für Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun, eine Draisinenstrecke sein.