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Zur Wahl stehen Julia Gieseking und Heinz-Peter Thiel.

Landratswahl Vulkaneifel : SPD-Frau fordert Amtsinhaber in der Vulkaneifel heraus

Für die Landratswahl Ende November sind bis Einsendeschluss  am Montag keine weiteren Bewerbungen eingegangen. Damit ist es fix: Zur Wahl stehen Julia Gieseking und Heinz-Peter Thiel.

Die Genossen aus dem Vulkaneifelkreis werden bestimmt genau hingeschaut haben, was da vor einigen Wochen im nordrhein-westfälischen Nachbarkreis Euskirchen passiert ist. Denn dort ist der künftige Landrat ein SPD-Mann, zum ersten Mal in der Kreisgeschichte. In der Stichwahl siegte der 33 Jahre alte Lehrer Markus Ramers gegen einen CDU-Mann.

Vielleicht ein zusätzlicher Motivationsschub für Julia Gieseking, denn sie will ein neues Kapitel in der mehr als 200-jährigen Geschichte der Kreises Vulkaneifel (und früher Daun) aufschlagen: als erste Frau und erstes SPD-Mitglied den Spitzenposten im Kreis erobern.

Tritt für die SPD an: Julia Gieseking. Foto: TV/Julia Gieseking

Die 46-Jährige ist in Daun geboren, wo sie auch wohnt, und hat dort Abitur am Thomas-Morus-Gymnasium gemacht. Sie hat in Kaiserslautern und Wien Architektur studiert und 2002 ihren Abschluss als Diplom-Ingenieurin gemacht. Viele Jahre war sie in ihrer Heimatstadt selbstständig tätig, arbeitet aber mittlerweile als angestellte Architektin in Koblenz. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. In der Kommunalpolitik ist sie seit 2014 als Mitglied des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses der Stadt Daun aktiv. Damals noch ohne SPD-Parteibuch, das hat sie seit 2018. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr wurde sie in den Stadtrat Daun und den Kreistag Vulkaneifel gewählt.

Strebt eine zweite Amtszeit an: Landrat Heinz-Peter Thiel. Foto: Dominik Ketz

Den Chefsessel im Kreishaus behalten – das will Heinz-Peter Thiel.  Der 57-Jährige ist seit 2013 Landrat und hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, für eine weitere acht Jahre währende Amtszeit zur Verfügung zu stehen.

Am 2. Dezember 2012 war Thiel als parteiloser Kandidat als neuer Landrat gewählt worden, mit einem deutlichen Sieg über Frank Bender, Kreisdirektor aus dem nordrhein-westfälischen Siegen, den die CDU ins Rennen geschickt hatte. Damals war Thiel auch von der SPD unterstützt worden – diese Liason ist aber schon lange Geschichte. Treu geblieben ist ihm die FWG, die ihm wie schon 2012 ihre Unterstützung zugesagt hat. Und nun auch die CDU, die diesmal auf einen eigenen Kandidaten verzichtet. Bevor der Mürlenbacher Landrat wurde, arbeitete er mehr als 33 Jahre als Polizist, zuletzt als Leiter der Polizeiinspektion Daun.