Zusammenhalt als Ziel

PELM. Keine großen Sprünge, aber viele kleine Schritte: In Pelm, der drittgrößten Gemeinde im Gerolsteiner Land, steht in diesem Jahr zwar keine Großinvestition an, dafür sollen mit einer Reihe von Maßnahmen die Zufriedenheit und das Gemeinschaftsgefühl im Dorf verbessert werden.

Auf die Frage, was in diesem Jahr das wichtigste Projekt in Pelm sei, antwortet Ortsbürgermeister Wolfgang Zaeper mit einem Wort: "Etat-Sanierung". Zwar weist die Gemeinde in diesem - wie bereits im vergangenen - Jahr keinen Fehlbedarf aus, für große Sprünge ist dennoch kein Geld da. Der Vermögensetat, also der Katalog der Investitionsausgaben, summiert sich gerade einmal auf rund 60 000 Euro. Im Vorjahr war das noch drei Mal so viel. Doch es gilt unter anderem, die beachtlichen Vorleistungen der Gemeinde bei der Erschließung des Baugebiets "Walsweiler" wieder rein zu holen. "In diesem Jahr werden dort voraussichtlich drei weitere Häuser gebaut", berichtet Zaeper. Mit dem von einigen Bewohnern des Neubaugebiets geforderten Endausbau der Erschließungsstraße aber wird es laut Zaeper wohl doch erst im kommenden Jahr etwas. "Es bringt nichts, wenn wir jetzt die Straße fertig stellen lassen, wenn noch gebaut wird. Dann wird uns nur alles kaputt gefahren", sagt der Ortsbürgermeister und bittet die Anwohner um Verständnis. Gebaut wird hingegen am Berlinger Bach - und zwar eine Fußgängerbrücke. Ortsbürgermeister Zaeper erklärt, wieso: "Wir wollen in diesem Bereich einen Spazierweg schaffen und vor allem dafür sorgen, dass die Kinder aus dem angrenzenden Wohngebiet künftig auf dem Weg zum Schulbus nicht mehr entlang der stark befahrenen Bundesstraße laufen müssen." Der Weg soll vom Wohngebiet "Berlinger Bach" über gleichnamiges Gewässer in der Straße "Im Käulchen" münden und von dort ins Neubaugebiet "Walsweiler" führen. Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr, ab dem nächsten Schuljahr sollen die Kinder bereits in den Genuss des sicheren und kürzeren Wegs zur Schulbushaltestelle im Dorfkern kommen. Die noch nicht exakt ermittelten Gesamtkosten bewegen sich laut Zaeper "um die 15 000 Euro". Die Befestigung des Fußwegs soll weitgehend in Eigenleistung erfolgen. Weitere 5000 Euro sind für die Schaffung eines Aussichtspunkts im Bereich der "Baarley" vorgesehen. Dort, in Verlängerung der "Oberen Straße", ganz in der Nähe des Hochbehälters, soll ein gepflasterter Platz samt Sitzgruppe entstehen. Die Vorarbeiten wurden bereits geleistet.Rundweg ums gesamte Dorf kommt nicht

Ortsbürgermeister Zaeper freut sich und ist gleichzeitig enttäuscht. Er sagt: "Das wird ein toller Aussichtspunkt, es ist nur schade, dass aus dem Gesamtvorhaben nichts wird." Besagter Rastplatz war nämlich Teil eines geplanten Rundwegs ums gesamte Dorf. "Daraus wird aber nichts, da einige Grundstückseigentümer an der Kyll nicht bereit waren, dafür Land zu verkaufen." Dennoch ist der 67-Jährige fest davon überzeugt, dass nach Jahren der Grabenkämpfe zwischen der CDU um Ex-Ortsbürgermeister Hans Rohde und der nach wie vor starken FWG mit dem Beigeordnetem Helmut Bell an der Spitze "im Dorf nun wieder so etwas wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl wächst". Er macht das am Beispiel der Sanierung des Spielplatzes im Kasselburger Weg fest. In rund 1500 Stunden Eigenleistung haben Pelmer Bürger im vergangenen Jahr den maroden Platz, an dem auch der Kylltal-Radweg vorbei führt, in eine tolle Spiellandschaft verwandelt. Die Ortsgemeinde hat lediglich 9000 Euro für Material und fertige Geräte zur Verfügung gestellt. Zaeper: "Rund vier Monate wurde da gemeinsam angepackt, insgesamt haben 25 Bürger geholfen. Das ist für mich ein Zeichen, dass der Krach und das permanente Gegeneinander endlich aufhören", sagt und appelliert Zaeper zugleich. Und weil das alles so gut funktioniert hat, "werden wir selbstverständlich noch ein offizielles Einweihungsfest feiern - am Samstag, 27. Mai."