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Zuversichtlich in die Zukunft

Zuversichtlich in die Zukunft

Alle erforderlichen schulischen und politischen Gremien haben den Projekten "Profil 9" und "Fit für 11" an der Grund- und Regionalen Schule St.Martin ihre Zustimmung erteilt. Schulleiter Johannes Philipp stellte dem Trierischen Volksfreund die Konzepte vor.

Kelberg. Die Schüler der jetzigen Klassen 8a und 9R sind die Debütanten. Ab dem kommenden Schuljahr 2008/2009 wird die dann als 9a von Lehrerin Rosi Hübel geführte Klasse nach einem von Lehrern, Eltern und Schülern entwickelten Konzept zunächst durch eine "vertiefte Berufsorientierung" und (nach den Herbstferien) durch eine Kombination aus Unterricht und Tagespraktikum auf ihre Ausbildung vorbereitet.Bessere Chancen für ein Abitur

Zunächst stünden die schriftliche Bewerbung, die Eignungsdiagnostik und das Vorstellungsgespräch mit auf dem Stundenplan; gleichzeitig seien die Schüler aufgefordert, sich selbst bis Ende September einen Praktikumsbetrieb zu suchen, erläutert Schulleiter Philipp: "Wir sind in dieser Hinsicht sehr zuversichtlich." Einige Schüler hätten bereits verbindliche Zusagen, und auf den TV-Bericht über die Zustimmung des Verbandsgemeinderates am 8. Mai hätten einige Betriebe sich in der Schule gemeldet und ihr Interesse kund getan.Die praktische Umsetzung von "Profil 9" ist laut Philipp folgendermaßen geplant: Dienstags sind die Schüler in ihrem Praktikumsbetrieb. Montags, mittwochs und donnerstags werden am Nachmittag die sechs ausgefallenen Unterrichtsstunden erteilt. An diesen Tagen gibt es in der Schule ein warmes Mittagessen, das vom Maria-Hilf-Krankenhaus Daun geliefert wird. Von den drei Euro pro Essen zahlen die Eltern zwei und die Verbandsgemeinde (VG) einen Euro. Die Betreuung durch die Schule erfolgt durch Betriebsbesuche etwa im Fünf-Wochen-Takt. Die Eltern übernehmen die Verantwortung für die Fahrten zu den Betrieben.Dreimal Nachmittagsunterricht wird es im Rahmen des Projekts "Fit für 11" auch für die zukünftige 10 R mit Klassenlehrer Klaus Wanjek geben. Auf ihrem Stundenplan stehen jeweils eine Doppelstunde Mathematik, Deutsch und Englisch. Ziel sei, so erklärt Schulleiter Philipp, dass der Übergang zu höheren Berufsfachschulen und in die gymnasiale Oberstufe erleichtert werden soll. "Defizite können aufgearbeitet werden, die Chancen, das Fachabitur oder das Abitur zu machen, steigen", erläutert Philipp. In Absprache und Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen Gerolstein und Mayen und den Gymnasien in Daun und Adenau erstellten die Fachkonferenzen ein Ergänzungskonzept. Die Teilnahme sei zunächst freiwillig; nach der Anmeldung sei sie jedoch für ein Jahr verpflichtend. Noten würden nicht gegeben. "Alle Schüler der jetzigen 9 R machen mit", berichtet der Schulleiter.Für Peter Seifert, Leiter der Schul-, Sozial- und Ordnungsabteilung der VG Kelberg, bedeuten die beiden Konzepte "eine erhebliche Aufwertung und die Sicherung des Schulstandorts Kelberg". Nach dem Entwurf des Schulstrukturreformgesetzes und dem Landesgesetz zur Einführung der neuen Schulstruktur in der Sekundarstufe I werde die Regionale Schule Kelberg zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 "Realschule plus". An der geforderten Dreizügigkeit werde das Land aus Gründen der Siedlungsstruktur - die VG Kelberg mit 33 Ortsgemeinden sei flächenmäßig groß, aber dünn besiedelt - nicht festhalten. Vorsorglich habe der VG-Rat die Verwaltung beauftragt, einen entsprechenden Antrag an die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier zu stellen, sagte Seifert dem TV. EXTRA Lukas Theisen, Schüler der Klasse 8 a: "Ich freue mich schon auf die Arbeit im Betrieb, denn ich bin praktisch veranlagt. Am liebsten wäre es mir, wenn ich einen Platz bei einem Dachdecker oder einem Zimmerer bekomme. An dem Nachmittagsunterricht finde ich zwar bedenklich, dass wir weniger Freizeit haben. Aber anders geht es ja nicht. Da ist es beruhigend, dass wir dann eher Sport und Kunst als Mathe auf dem Stundenplan haben sollen." Mareike Eich, Schülerin der Klasse 9 R: "Ich verspreche mir davon, dass wir noch besser als bisher auf die Berufsausbildung oder den weiteren Schulbesuch vorbereitet werden. Bei dem Bewerbungstraining, das wir gerade hinter uns haben, wurde uns allen klar, dass eine gute Allgemeinbildung eine große Rolle spielt. Diese können wir ja nun noch verbessern." Anette Jax, Schulelternsprecherin: "Mit ,Profil 9' werden sich die Chancen der Hauptschüler auf einen Ausbildungsplatz deutlich verbessern. Es ist davon auszugehen, dass einige von ihren Praktikumsbetrieben übernommen werden. ,Fit für 11' wird den Schülern, die nach der Mittleren Reife weiter zur Schule gehen wollen, den Übergang erleichtern. Die Kelberger Schule übernimmt damit eine Vorreiterrolle." (bb)