Zweckbad ja, Spaßbad nein

Nach etlichen Jahren, in denen geplant und auf eine Finanzierung gewartet wurde, wird es nun ernst: Nach derzeitigem Stand werden im September die Aufträge für die Sanierung des Dauner Hallenbads ausgeschrieben, vergeben werden sollen sie im November.

Daun. Die Sanierung des Hallenbads, das nicht nur Freizeiteinrichtung ist, sondern auch von Schulen, Bundeswehr und Vereinen genutzt wird, ist nach fast 40 "Dienstjahren" überfällig. Gebaut wurde es - gemeinsam mit dem frühere Kursaalcafé, in dem sich heute eine Krankengymnastik-Praxis befindet - 1970/71, direkt an das bereits bestehende Hotel Stadt Daun. Der gesamte Komplex gehörte damals der Stadt Daun, Hotel und Kursaalcafé (vor dem Bau des Forums ein zentraler Veranstaltungsort in der Stadt) waren verpachtet. Heute gehört nur noch das Hallenbad der Stadt.

Frontseite des Hallenbads soll attraktiver werden



Wer hofft, dass mit der Sanierung ein "Spaßbad" entsteht, der wird enttäuscht: Das zur Verfügung stehende Budget von 3,2 Millionen Euro (mit 60 Prozent aus Konjunkturpaket-II-Mitteln bezuschusst) lässt keine großen Sprünge über die unbedingt erforderlichen Modernisierungsmaßnahmen hinaus zu. Das bestehende 25-Meter-Becken des Bads wird nicht verändert, auch die Größe des Gebäudes bleibt, von einem Technik-Anbau abgesehen. Wie bisher wird es auch künftig eine gemeinsame Heizanlage (ein Blockheizkraftwerk) für den Gebäudekomplex mit Hotel Stadt Daun, Hallenbad und Krankengymnastik-Praxis geben. Der Anforderungskatalog ist zwischenzeitlich vom Land um einen Punkt erweitert worden: Die Frontseite des Hallenbads mit dem Eingang soll attraktiver gestaltet werden, allerdings im Rahmen der Gesamtkosten, zusätzliche Mittel wird es dafür nicht geben. Nach derzeitigem Stand werden im September die Aufträge für die Sanierung des Hallenbads ausgeschrieben, vergeben werden sollen sie im November.

Untergeschoss wird nicht saniert



Von der Sanierung unberührt bleibt das Untergeschoss des Hallenbads, wo sich Warmwasserbad und Sauna befinden. Die Schließung dieses Trakts war schon im Herbst 2007 vom Stadtrat beschlossen worden. Damals war man davon ausgegangen, dass es für keine Zuschüsse geben würde, seit kurzem ist aber klar, dass es doch eine Bezuschussung geben könnte - und zwar aus Schulbaumitteln. Denn das Warmbad wird vom Laurentius-Förderzentrum Daun genutzt, das selbst - obwohl vorgeschrieben - keine solche Einrichtung hat, aber darauf angewiesen ist. Zunächst wird der prozentuale Nutzungsanteil der Schule am Warmbad als Grundlage für die Höhe einer Bezuschussung ermittelt werden, zudem müssten die Gesamtkosten einer Modernisierung ermittelt werden. Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen (SPD), der sich stets gegen eine Schließung des Warmbads ausgesprochen hatte, freut sich über die neue Perspektive, mit der sich der neue Stadtrat "ziemlich schnell beschäftigen" werde. Jenssens Hoffnung: "Vielleicht gibt es über die Schulbaumittel hinaus auch noch andere Fördermöglichkeiten."