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Zwei Ältäre in Demerath sind eine Besonderheit für die Region

Glaube : Demerather Pfarrkirche lädt zur Verehrung der 14 Nothelfer ein

Die Demerather Pfarrkirche hat zwei Altäre, die für die Region ungewöhnlich sind.

Die Demerather St.-Peter-und-Paul-Kirche hat etwas ganz besonderes, das schon der einstige Pastor Gottfried Rohr sehr schätzte und dem er viel Aufmerksamkeit schenkte: zwei kleine Altäre, die den 14 Nothelfern gewidmet sind. Die Verehrung dieser Heiligen ist eigentlich fast nur in Süddeutschland und Österreich zu finden – dort sind sogar ganze Nothelfer-Kirchen zu finden.

1827 wurde das Demerather Kirchenschiff erweitert und so entstand- damals noch ungewollt – Platz für die beiden seltenen Heiligenaltäre. Es sind legendäre Heilige für alle Lebenslagen. Gläubige beten und rufen sie an bei Krankheit, Unheil, Todesgefahr oder Todesangst. Zu sehen sind Achatius mit Dornenzweig, angerufen bei Todesangst und Zweifel; also Heilige, die den Gläubigen in aller Not beistehen sollen.

Manfred Kordel, ein langjähriges Kirchenvorstandsmitglied in Demerath, und seine Frau Irmgard können nicht feststellen, dass die 14 Nothelfer-Altäre in der Coronapandemie mehr Aufmerksamkeit erfahren als sonst, dass Kirchenbesucher dort innehalten um Hilfe zu erbitten. Ägidius mit Hirschkuh, angerufen um eine gute Beichte abzulegen; Barbara mit Turm und Kelch, die Patronin der Sterbenden; Blasius mit zwei Kerzen, angerufen bei Halsleiden; Christopherus mit Jesus auf der Schulter, angerufen gegen ein unvorbereiteten Tod; Cyriacus mit Teufel, angerufen gegen Anfechtungen in der Todesstunde; Dionysus, den Kopf in den Händen haltend, angerufen bei Kopfschmerzen; Erasmus im Sturm, angerufen bei Leibschmerzen; Euchachius mit Hirsch, angerufen in schwierigen Lebenslagen; Georg mit Drache, angerufen gegen Seuche bei Haustieren; Katharina mit gebrochenem Rad, angerufen beim Leiden der Zunge und bei schwerer Sprache; Margarete mit Drache, Patronin der Gebärenden; Pantaleon, die Hände am Kopf genagelt, Patron der Ärzte; Vitus (Veit) mit Ölkessel, angerufen bei Epilepsie.

Alle Nothelfer starben den Märtyrertod auf verschiedene Weise. Warum gibt es gerade 14 Nothelfer?  Die  „heilige Zahl sieben“ wurde verdoppelt, und die Nothelfer haben ihr Patronatsfest am 8.August. Dieser Figurenschmuck ist besonders wertvoll, und es wird in der Kirchengeschichte erwähnt, dass diese Darstellungen bereits 1830 vorhanden waren.

„Sie sind spätbarock, stilecht und einmalig schön“, erwähnen Kirchenhistoriker. Alle Figuren sind handgeschnitzt. Beide Seitenaltäre mit jeweils sieben Nothelfern, einer Hauptfigur (St.Maternus und Hl.Maria) und zwei Nebenfiguren sind besonders schöne Schmuckstücke des Gotteshauses. Ihretwegen gab es bis Mitte des vorigen Jahrhunderts kleine Wallfahrten der Nachbardörfer zur Demerather Kirche, und heute fallen sie jedem Kirchenbesucher als sakrales Kleinod ins Auge. Auch in der Filialkirche Daun-Rengen entdeckt man Hinweise auf die 14 Nothelfer.