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Zwei Bürgermeisterinnen als Vorbild

Zwei Bürgermeisterinnen als Vorbild

Vorreiter Vulkaneifel: Ein Drittel der politischen Führungspositionen im Kreis ist von Frauen besetzt. Zwei hauptamtlichen Bürgermeisterinnen stehen drei männliche Kollegen und der Landrat gegenüber. In den Behörden ist die Quote unter Führungskräften schlechter.

Daun/Gerolstein/Hillesheim/Kelberg/Jünkerath.

In der Kreisverwaltung Vulkaneifel arbeiten rund 60 Prozent Frauen. 136 der 243 Beschäftigten sind weiblich. Noch deutlicher wird es bei den Teilzeitbeschäftigten: 76 der 81 Teilzeitkräfte sind Frauen. Von den 23 Führungskräften wiederum sind nur drei weiblich.

Blickt man noch genauer hin, wird aber deutlich, dass das weibliche Geschlecht immer mehr auf dem Vormarsch ist. Laut Kreisverwaltung ist der Anteil der Frauen über 40 verschwindend gering. Zu den Folgen sagt Landrat Heinz Onnertz: "Wir befinden uns in einem historischen Umbruch. Wir haben in den vergangenen Jahren viel mehr Frauen im gehobenen Dienst eingestellt, was langfristig dazu führen wird, dass auch vermehrt Führungspositionen mit Frauen besetzt werden." Außerdem würden bei der Besetzung von Führungspositionen Frauen bei gleicher Qualifikation in Zukunft bevorzugt.

Daun: In der Verwaltung der Verbandsgemeinde Daun, der 38 Ortsgemeinden angehören, arbeiten mehr Frauen als Männer. 63 der 114 Mitarbeiter sind weiblich, 51 männlich. Im Bereich der Teilzeitarbeit (einschließlich Altersteilzeit) ist das Verhältnis noch gravierender: 39 Frauen stehen fünf Männern gegenüber.

Anders sieht es bei den Führungspositionen aus: Lediglich vier der 19 Sachgebietsleiter sind weiblich. Bürgermeister Werner Klöckner findet das in Ordnung. Er sagt: "Ob das im Durchschnitt so wenig ist, wage ich zu bezweifeln."

Um die Quote zu verbessern, setzt Klöckner auf "flexible Teilzeitmodelle" und "organisatorische Änderungen". Und er fügt hinzu: "Die aktuellen Anwärter für die Laufbahn des gehobenen Dienstes sind weiblich."

Gerolstein: Im Rathaus in Gerolstein arbeiten 46 Mitarbeiter, davon 26 Männer und 20 Frauen. Die elf Teilzeitkräfte sind ausschließlich Frauen. Alle drei Fachbereichsleiter wiederum sind Männer, ebenso wie Bürgermeister Matthias Pauly. Er betont aber: "Die Personalentscheidungen waren und sind unabhängig vom Geschlecht."

Hillesheim: "Als ich gewählt wurde, gab es im gesamten Regierungsbezirk Trier keine hauptamtliche Bürgermeisterin, jetzt haben wir zwei im Kreis. Da sind wir in der Vulkaneifel ja richtig progressiv!", sagte Heike Bohn. In der Hillesheimer Verwaltung hält es sich die Waage: Zwölf der 25 Mitarbeiter sind Männer. Während die drei einzigen Teilzeitbediensteten Frauen sind, besetzen die drei Fachbereichsleiter-Posten allesamt Männer. Auf die Frage, was sie dafür tue, um die Quote zu verbessern, sagte Bohn: "Ich habe mich darum gekümmert, dass alle Schulen und Kitas im Hillesheimer Land in unterschiedlicher Ausprägung ganztags zur Verfügung stehen, ab Sommer auch die Realschule plus." Denn mit den Betreuungsmöglichkeiten für Kinder steht und fällt ihrer Ansicht nach die Bereitschaft von Frauen, sich stärker im Job zu engagieren.

Kelberg: Im Kelberger Rathaus gibt es 26 Beschäftigte, davon 15 Frauen und elf Männer. Die Möglichkeit der Teilzeitarbeit nehmen ausschließlich Frauen wahr: acht an der Zahl. Bei den Führungskräften haben aber wieder die Männer leicht die Nase vorn: Es gibt drei Abteilungsleiter und zwei Abteilungsleiterinnen - darunter auch das Finanzressort.

Büroleiter Johannes Saxler sagt: "Weil in der Vergangenheit qualifizierte Bewerberinnen konsequent berücksichtigt wurden, haben wir heute mehrere Frauen in leitenden Funktionen. Das wollen wir in Zukunft beibehalten."

Jünkerath: Im Rathaus der Verbandsgemeinde Obere Kyll arbeiten 48 Bedienstete. Von den 29 Vollzeitkräften sind 16 männlich und 13 weiblich. Bei den Teilzeitkräften haben die Frauen die Oberhand: Das Verhältnis lautet 17 zu 2. Die vier Abteilungen wiederum werden allesamt von Männern geleitet.

Diane Schmitz, hauptamtliche Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Obere Kyll, sagt zu der geringen Frauenquote: "In unserer Verwaltung sind in der Vergangenheit nicht sehr viele Frauen für den gehobenen Dienst ausgebildet worden. Die Frauen, die diese Qualifikation haben, sind bei uns alle in stellvertretenden Führungspositionen." Künftig will sie aber darauf achten, dass Mitarbeiterinnen die erforderlichen Qualifikationen erreichen können, um Führungspositionen übernehmen zu können.