Zwei Dörfer, ein Ziel

Gleich zwei Gemeinden aus der Vulkaneifel stehen im Landesfinale des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft". Steffeln (Kreis Vulkaneifel) und Meerfeld (Kreis Bernkastel-Wittlich) haben der Bewertungskommission in der vorgegebenen Zeit von zwei Stunden gezeigt, was das Leben in diesen Dörfern so besonders macht.

Steffeln/Meerfeld. Das Ziel der beiden Dörfer: der Wettbewerb auf Bundesebene. Damit konkurrieren sie gegen zehn weitere Orte aus ganz Rheinland-Pfalz. Die erste Station war Steffeln. Schon um 9 Uhr morgens fanden die sechs Kommissionsmitglieder einen gut gefüllten Gemeindesaal vor. Rund 50 Bürger demonstrierten damit, wie sehr sie sich mit ihrer Gemeinde identifizieren. In Arbeitskreisen zu den Themen Wirtschaft, Wohnen, Ökologie und Ortsbild hatten sich die Steffelner vorbereitet. Zunächst präsentierten die Arbeitskreise mit Computerdarstellungen, was bisher erreicht wurde. So ist der "Vulkangarten" nicht nur touristisch interessant, sondern auch für Einheimische. Aus dem Trockenmaar Eichholzmaar soll wieder ein "echtes", wassergefülltes Maar werden. Auch die Tal-Auen von Oosbach und Tieferbach sind sehenswerte Biotope. Ortskern zieht junge Familien an

Aber auch innerhalb des Ortes hat sich viel getan. So sind etliche ehemals leer stehende Häuser umgebaut worden und sind bewohnt. Außerdem haben junge Familien im Ortskern gebaut. Aus dem ehemaligen Bauerndorf ist ein Erholungsort geworden. Dennoch existieren acht Vollerwerbs-Landwirte, die auch mit dazu beitragen, dass die Landschaft gepflegt wird. Direkt am Meerfelder Maar begann die zweite Begehung. Auch hier wurde die Umwandlung vom Bauerndorf zum Erholungsort konsequent umgesetzt. Rund 30 000 Übernachtungen jährlich zeugen davon. Sowohl Landrätin Beate Läsch-Weber als auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Wolfgang Schmitz, hoben die einzigartige Lage des Ortes mitten im Maarkessel hervor. Zu einer Stipp-Visite war auch Innenminister Karl Peter Bruch aus Mainz angereist. Gemeinsam mit rund 100 Einheimischen erkundeten Minister und Kommission dann Meerfeld. Dabei konnten sie sich davon überzeugen, dass die Bewohner stolz sind auf ihr Dorf. Die vier Gastronomen des Ortes zeigten sich zufrieden mit der Situation. An ausgewählten Standpunkten berichteten Sportverein und Feuerwehr über das Vereinsleben. Ein privat geführtes Museum in einem rund 250 Jahre alten Haus zeigte eine umfangreiche Sammlung von Haushaltsgeräten, Schmiedewerkzeugen und bäuerlichen Gerätschaften aus früheren Zeiten. Auch in Meerfeld zeigt sich, dass junge Familien sich wohl fühlen. So sind die Neubauten am Dorfrand zu erklären. Aber auch die Gemeinde selbst will bauen: Für die Feuerwehr soll eine neue Unterkunft entstehen, mit Platz für gemeindliche Aktivitäten und für einen Dorfladen. Sowohl Steffeln, als auch Meerfeld haben bewiesen, dass sie nicht stehen bleiben wollen, sondern auch in Zukunft ihr Dorf lebendig halten wollen. Ob die beiden Vulkaneifel-Dörfer am Bundesentscheid "Unser Dorf hat Zukunft" teilnehmen dürfen, wird etwa in einer Woche fest stehen.