1. Region
  2. Vulkaneifel

Zwei Gemeinden sehen gelassen in die Zukunft

Zwei Gemeinden sehen gelassen in die Zukunft

WALSDORF-ZILSDORF. Mit mehr als 800 000 Euro auf der hohen Kante können die 972 Einwohner von Walsdorf und Zilsdorf gelassen in die Zukunft schauen. In den beiden Orten wird kräftig investiert – sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch in die zwei Gemeindehäuser und Neubaugebiete.

Über einen Fehlbedarf im Forst von 10 580 Euro im Jahr 2005 und 2413 Euro im Jahr 2006 regt sich im Walsdorf-Zilsdorfer Rat niemand auf. Was anderen Gemeinden Sorgenfalten auf die Stirn treiben würde, kommentiert Ortsbürgermeister Horst Kolitsch gelassen: "Das macht uns nichts. Wir investieren weiterhin in das Zukunftsprojekt Wald." Die Gemeinde pflanzt jährlich Tausende neuer Bäume als neue Einnahmequelle, wenn der Lava-Abbau kein Geld mehr bringt. Kolitsch: "Bei uns wachsen schon jetzt jährlich 80 Festmeter Wertholz nach. Wir dürften 600 Festmeter schlagen, holzen aber nur 260 ab. So bleibt auch daraus noch einiges für die nächste Generation übrig."Eine Stiftung sichert die Einnahmen

Aus dem Lava-Abbau fließen jährlich garantiert 215 000 Euro in die Gemeindekasse. Es können, je nach abgebauter Menge, auch mehr als 400 000 Euro werden. Zur Sicherung dieser Einnahmen hat die Gemeinde jetzt eine Stiftung gegründet. (Ausführlicher TV-Bericht darüber folgt). Außerdem wird die Gemeindekasse jährlich mit knapp 20 000 Euro aus der Verpachtung der drei Jagdreviere aufgepeppt. Die Finanzpolster kommen der Doppelgemeinde zu Gute. 80 000 Euro werden in Grundstückskäufe fließen und 200 000 Euro in den Endausbau des Baugebietes "Querten II". Immerhin machen ein Viertel der Bevölkerung Kinder und Jugendliche aus: In Walsdorf sind 199 der insgesamt 792 Einwohner unter 18 Jahre alt (122 bis elf Jahre, 77 zwischen zwölf und 18), in Zilsdorf 39 (14 Kinder, 25 Jugendliche) der 180 Einwohner. Auf dem Zilsdorfer Spielplatz sollen für 10 000 Euro neue Spielgeräte aufgestellt werden. In Walsdorf wird die ehemalige Schreinerei in der Ortsmitte, die die Gemeinde im vergangenen Jahr gekauft hat, zu Jugendräumen umgebaut. Dafür sind insgesamt 54 800 Euro veranschlagt. Aus dem Topf der Dorferneuerung sind 35 600 Euro beantragt, und an Eigenleistung wurden 14 600 Euro veranschlagt. Ortschef Kolitsch verspricht, mit den Arbeiten werde begonnen, sobald von Seiten der Dorferneuerung grünes Licht kommt. Jugendliche und Eltern würden in die Planungen eingebunden. Kolitsch erklärt: "Wo die Gemeinde Sheriff spielt, scheitert oft die Jugendarbeit. Wir wollen uns möglichst nicht einmischen, denn wenn die Kinder sich selbst einbringen, schätzen sie es auch." Für die Gemeindehäuser steht in Zilsdorf für 5000 Euro die Überarbeitung des Bodenbelages und in Walsdorf der Umbau der Fluchttreppe (5000 Euro) sowie eine neue Beschallungsanlage für 10 000 Euro an. Auch am Friedhof soll gearbeitet werden. Kolitsch erklärt: "Die Mauer am Abstellplatz für den Müllcontainer fällt auseinander. Sie soll für 15000 Euro mit Steinen aus dem Bruch erneuert werden." Trotz der vielen Investitionen und der diesjährigen Umlagen-Mehrbelastung von 31 422 Euro (151 110 Euro an den Kreis und 180 680 Euro an die Verbandsgemeinde) gegenüber dem Vorjahr (13 6801 Euro Kreis, 163 567 Euro Verbandsgemeinde) sollen zum Jahresende weitere 70 580 Euro auf die hohe Kante gelegt werden.