Zwei Kandidaten fürs höchste Amt der Stadt

Daun · Viele Namen sind in den vergangenen Monaten gehandelt worden, wer nächster Stadtbürgermeister von Daun werden könnte. Nun wird es konkret: Der frühere Büroleiter der Verbandsgemeinde Daun, Gerd Becker, will für die CDU antreten. Definitiv ist die Bewerbung von Martin Robrecht als freier Kandidat.

Daun. Wer wird Nachfolger von Wolfgang Jenssen? Der SPD-Mann tritt 2014 nach dann 15 Amtsjahren als Dauner Stadtbürgermeister ab, und nach derzeitigem Stand bahnt sich ein Duell zwischen zwei Bewerbern an, die Mitglied der CDU sind. Eindeutig positioniert hat sich nun Martin Robrecht. Der Berufssoldat ist seit Oktober im Ruhestand und erklärt: "Ich habe in den vergangenen Monaten viel Zuspruch für eine mögliche Bewerbung bekommen. Auch deshalb mich nun entschieden, für das Amt des Stadtbürgermeisters zu kandidieren." Der 61-Jährige stammt aus Bremen, lebt aber schon seit vielen Jahren in Pützborn. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Trotz CDU-Mitgliedschaft will er als unabhängiger Bewerber antreten: "Parteipolitik hat aus meiner Sicht im Stadtrat nichts verloren." Er macht sich nun daran, "Verbündete zu suchen".Mittlerweile ist auch die CDU so gut wie fündig geworden, nachdem in den vergangenen Monaten viele Namen gehandelt worden waren. Derzeit läuft alles auf einen Bürgermeisterkandidaten Gerd Becker hinaus. "Ja, ich habe Interesse", sagt der 68 Jahre alt gebürtige Meisburger. In Daun wohnt er seit 1968, die Kreisstadt war auch viele Jahrzehnte sein Arbeitsort. Bis 2006 war er in Diensten der Verbandsgemeindeverwaltung Daun, zuletzt als Büroleiter. Von Ruhestand war bei Becker in den vergangenen sieben Jahren wenig zu merken. Er ist Botschafter des Projekts "Wandel erfolgreich gestalten" (Wege) der VG Daun und seit vergangenem Jahr Vorsitzender des Vereins Bürger für Bürger, der Dienstleistungen rund um Haus oder Wohnung vermittelt. Grundsätzliches Interesse an der Kandidatur hat Becker - seit 42 Jahren Parteimitglied - in einem Gespräch mit einer vierköpfigen Delegation, angeführt vom CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Dieter Brill, bekundet. In der kommenden Woche stellt sich Becker dann in einer großen Runde von Stadtverbandsvorstand und Stadtratsfraktion vor. "Dazu ist aber auch Martin Robrecht eingeladen", sagt Brill.Wilhelm tritt nicht an

Als möglicher Nachfolger von Wolfgang Jenssen als Dauner Stadtbürgermeister hat sich Walter Müller, ehemaliger Ortsvorsteher des Stadtteils Rengen, ins Gespräch gebracht. Er lässt aber weiter offen, ob er wirklich kandidiert: "Angesichts der Kandidatenkonstellation nehme ich mir noch eine Bedenkzeit." Definitiv nicht bewerben wird sich Dieter Wilhelm. Der Vorsitzende des Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVV) Daun hatte sich die Möglichkeit stets offen gehalten, je nach Entwicklung der Kandidatenkonstellation. "Mit Martin Robrecht und Gerd Becker wird es zwei geeignete Kandidaten geben, die meiner Einschätzung das Zeug dazu haben, die Stadt gut zu führen." Kommunalpolitisch wird er aber weiter aktiv sein. "Die Arbeit in bald fünf Jahren als Beigeordneter der Stadt hat mit viel Spaß gemacht. Ich kann mir gut vorstellen, in einem solchen Amt in der neuen Wahlperiode weiterzumachen." Meinung

Nominierung nur noch FormsacheGerd Becker ist zwar noch nicht offizieller Kandidat der CDU, aber seine Nominierung ist nur noch Formsache. Denn der Partei ist sehr daran gelegen, einen Bewerber mit CDU-Etikett ins Rennen zu schicken. Nach drei vergeblichen Anläufen, den Stadtbürgermeisterposten wiederzuerobern, hat die CDU einen aussichtsreichen Kandidaten gefunden. Der Verwaltungsfachmann Gerd Becker, der die Stadtratsarbeit beruflich viele Jahren verfolgt und begleitet hat, ist bekannt und gut vernetzt. Auf der anderen Seite Martin Robrecht, der Führungsqualitäten viele Jahrzehnte als Offizier unter Beweis gestellt hat, aber seinen Bekanntheitsgrad noch steigern muss, will er eine realistische Chance haben, Stadtbürgermeister zu werden. s.sartoris@volksfreund.de

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