Zwei Kandidatinnen, drei Fragen

Zwei Kandidatinnen, drei Fragen

Vor der Bürgermeisterwahl in der VG Hillesheim am Sonntag, 21. August, lädt der Trierische Volksfreund die Bürger zum Forum am heutigen Mittwoch, 19.30 Uhr, in die Eifel-Filmbühne in Hillesheim ein. Zuvor haben die beiden Kandidatinnen dem TV Fragen zur Kommunalreform, der Schullandschaft in der VG und politischen Zielen beantwortet.

Welche Ziele müssen bei den Gesprächen mit Gerolstein und Obere Kyll über einen möglichen Zusammenschluss für Hillesheim mindestens erreicht werden? Heike Bohn: Die Ziele sind in unserer Lenkungsgruppe definiert worden. Mir persönlich ist es besonders wichtig, dass eine starke weiterführende Schule vor Ort in Hillesheim bleibt. Da keines der drei Rathäuser groß genug ist, um die gesamte Verwaltung aufzunehmen, ein Neubau aber außerhalb jeder Diskussion steht, wird nach einem Zusammenschluss die Verwaltung auf mehrere Standorte verteilt. bürgermeisterwahl hillesheim

Dabei müssen möglichst viele Aufgaben, die die Menschen direkt betreffen, vor Ort bleiben. Also sollte an jedem Verwaltungsstandort ein leistungsfähiges Bürgerbüro - sofern noch nicht vorhanden - eingerichtet werden, damit sich für die Bürger wenig bis fast gar nichts ändert. Entscheidend ist aber auch, weiterhin kompetente Verwaltungs-ansprechpartner für die Ortsbürgermeister schnell erreichbar zu haben. Deren ehrenamtliche Arbeit ist viel zu wichtig, so dass man ihnen nicht noch mehr zeitliche Belastungen und Fahrerei zur Verwaltung zumuten kann.Elisabeth Escales: Sicher sollte bei der anstehenden Fusion das zu erwartende Einsparpotenzial gerecht verteilt werden. Aber gerade für die Verbandsgemeinde Hillesheim geht es ums Überleben. Gerolstein und Jünkerath haben Infrastrukturelemente mit hoher Attraktivität, denke ich nur an die Bahnhöfe und Schwimmbäder. Langfristig können alle drei Zentren nur überleben, wenn die Wirtschaftskraft gerecht verteilt beziehungsweise aufgeteilt wird. Es gilt, den Verwaltungsstandort Hillesheim zu stärken und zu erhalten. Die ausgezeichneten Werke sollten erhalten bleiben und die fusionierte Verbandsgemeinde oder Verbandsgemeinden mit versorgen. In allen Standorten sollte schon aus dem Servicegedanken heraus ein Bürgerbüro erhalten bleiben.Drei Realschulen plus in Hillesheim, Jünkerath und Gerolstein: Befürworten Sie, um die Zukunft der Hillesheimer Schule zu gewährleisten, einen neuen Anlauf in Sachen Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule? Heike Bohn: Unbedingt, aber nur an einem Standort, dafür haben wir die Lehrerinnen und Lehrer hinter uns. Eine Umsetzung an zwei Standorten, wie einmal angestrebt, ist nicht mehr machbar. Ich halte die Integrierte Gesamtschule für die richtige Schulform am Standort Hillesheim. Erst recht im Zusammenspiel einer größeren Verbandsgemeinde, die sich, und da sind wir uns alle einig, durch eine vielseitige und nachhaltige Bildungslandschaft auszeichnen sollte.Elisabeth Escales: Angesichts rückläufiger Geburten- und Schülerzahlen sind drei Schulen gleicher Art zu viel. Da Gerolstein über ein Gymnasium und eine Berufsschule verfügt, würde ich eine Kooperation von Hillesheim mit Jünkerath in Sachen Realschule plus befürworten. Zusätzlich gilt es die Realschule plus in Hillesheim auszubauen. Immerhin liegen wir für das komplette mögliche Einzugsgebiet strategisch günstig. Gerne würde ich auch noch einmal einen Anlauf in Sachen Integrierte Gesamtschule für Hillesheim machen. Bildung ist die Zukunft unseres Landes, und es sollten möglichst viele Kinder die Möglichkeit erhalten, Abitur zu machen. Mit einem Gymnasium allein im nahen Umkreis kann der Bedarf nicht gedeckt werden.Welche Chancen rechnen Sie sich aus, nach einer Kommunalreform auch Bürgermeisterin einer neuen, größeren Verbandsgemeinde zu werden? Heike Bohn: Ich rechne gar nicht. Es geht mir zunächst um die Sache. Es geht mir darum, bei den Fusionsverhandlungen ein gutes Ergebnis für die Menschen, die hier leben, zu erreichen. Im Übrigen: Ich habe einen guten Universitätsabschluss, sehr vielfältige Berufserfahrungen - hierzu zählen auch die acht Jahre als Bürgermeisterin in Hillesheim. Daher bin ich überzeugt, auch außerhalb der Politik berufliche Möglichkeiten zu haben. Obwohl: Ich bin wirklich gerne Bürgermeisterin im Hillesheimer Land. Über eine "Vertragsverlängerung" entscheiden allerdings die Wähler. Elisabeth Escales: Die Frage hat aus meiner Sicht keinerlei Relevanz für die anstehende Wahl um das Amt der Bürgermeisterin. Sie wird in der Verbandsgemeinde für sechs Jahre gewählt und bleibt zur Durchsetzung der Interessen der Verbandsgemeinde während dieser Zeit auf jeden Fall erhalten. Ob ich das Amt der Bürgermeisterin bekleide oder als hauptamtlicher Beigeordneter die anstehende Umsetzung der Kommunalreform begleite, ist für mich persönlich nachrangig. Es gilt einzig und allein, die Interessen der Verbandsgemeinde Hillesheim im Zusammenschluss zu vertreten. mhDie Fragen an die beiden Kandidatinnen für die Bürgermeisterwahl Hillesheim stellte TV-Redakteur Mario Hübner.