Zwei Männer und der Blues

Zwei Männer und der Blues

Sie machen gemeinsame Sache: Die Kölner Blues-Legende Richard Bargel und Ex-BAP-Gitarrist Klaus "Major" Heuser spielen am Samstag, 22. Januar, 20 Uhr, im Lokschuppen.

Gerolstein. (now) Zwei Urgesteine der deutschen Musikszene haben sich zwar nicht gesucht, aber gefunden: Richard Bargel und Klaus "Major" Heuser sind die "Men in Blues". 2008 brachte eine zufällige Jam-Session vor Publikum den Stein ins Rollen. Bargel und Heuser traten fortan gemeinsam auf. Nun ist es den Gitarristen gelungen, ihren Kalender für 2011 mit Konzerten zu füllen. Dennoch werden sie sich im Sommer die Zeit nehmen, eine Studio-CD aufzunehmen.

Der TV hat mit beiden über ihre Motivation und ihre Ziele gesprochen.

Seid ihr euch in Köln wirklich nie über den Weg gelaufen?

Heuser: Wir kannten uns vom Sehen. Das bleibt ja in Köln nicht aus, dass man sich irgendwo aus der Ferne sieht.

Bargel: Man kannte sich, man hat sich gegrüßt ...

Heuser: ... aber zu mehr ist es nicht gekommen.

Bargel: Der Major war mit BAP in der Rockszene beheimatet, ich in der Bluesszene.

"Men in Blues" ist eine Erfolgsgeschichte. Ihr bereitet nun die Aufnahmen zu einer Studio-CD vor. Gibt's eine feste Rollenverteilung, was Musik und Texte angeht?

Bargel: Das ist total offen. Jeder kann mit Ideen kommen und dann werden sie ausgearbeitet.

Heuser: Das geht sicherlich dem Talent nach: Der eine kann das besser, der andere jenes. Aber Richard erwartet ja nicht, dass ich 18 fertige Nummern abliefere. Und ich erwarte nicht 18 fertige Texte.

In einem Interview ist zu lesen, dass der Blues euch eine Herzensangelegenheit ist und dass ihr keine kommerziellen Zwänge zulassen wollt.

Heuser: Es wird keine kommerziellen Zwänge geben, weil wir uns in diesen Gefilden, wo sie entstehen könnten, gar nicht mehr bewegen.

Das habt ihr sozusagen "hinter euch"?

Heuser: Das klingt so negativ. Ich meine damit, dass wir nicht bei einer großen Plattenfirma unterschreiben, die dann aus uns etwas macht, was wir nicht sind. Wir sind mit dem kleinen Rahmen zufrieden. Wir haben uns bewusst Grenzen gesetzt - es gibt für das, was wir machen eine "biologische" Grenze: Wir sitzen auf der Bühne beim Konzert. Das würde in einer großen Halle nicht wirken.

Im Prinzip ist es Kleinkunst, was wir machen. Und Kleinkunst soll klein bleiben. Das heißt aber nicht, dass ich unser Projekt kleinreden will. Es soll von den Wurzeln her wachsen.

Bargel: Wir spielen lieber zweimal hintereinander in einem kleinen Laden, als in eine Halle umzuziehen, die mehr Zuschauer fasst.

Ihr seht die Geschichte also von der lockeren Seite?

Bargel: Ja, wir wollen die Musik machen, die uns und unserem Publikum gefällt und uns keinem Druck aussetzen, der uns davon wegführt, weil irgendjemand meint, dass wir zu wenige CDs verkaufen. Wir haben vor, zehn bis 15 Jahre gemeinsam Spaß auf der Bühne zu haben - und dann schauen wir mal weiter (allgemeines Gelächter).

Gibt es zurzeit noch andere Projekte von Bargel oder Heuser?

Heuser: Nein, dafür fehlt inzwischen die Zeit. Wir sind erst knapp ein Jahr mit den "Men in Blues" beschäftigt, und es macht uns tierischen Spaß. Es kann gut sein, dass wir dieses Jahr an die 100 Konzerte spielen. Wenn du dazu noch die Produktion der CD rechnest, ist 2011 voll. Und das reicht auch: Es macht mich glücklich und zufrieden. Mehr brauche ich nicht.

Karten gibt es in den TV-Service-Centern Trier, Bitburg und Wittlich. Info: www.lokschuppen-gerolstein.de

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