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Zwei neue Pastoralreferenten aus der Vulkaneifel werden beauftragt

Nachwuchs für das Bistum : In Trier werden zwei Seelsorger feierlich beauftragt

In Trier werden zwei neue Pastoralreferenten aus der Vulkaneifel beauftragt: Madeleine Esch und Michael Michels.

(red) „Ich lerne so viele spannende Menschen kennen, die ich ein Stück weit in ihrem Leben begleiten darf. Das fasziniert mich“, sagt Madeleine Esch, die aus Bleckhausen stammt. Die 27-Jährige wird am heutigen Samstag, 29. August, vom Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters zur Pastoralreferentin beauftragt. Zu den angehenden Gemeinde- und Pastoralreferenten gehört auch Michael Michels. Er  ist 27, wurde in Daun geboren und ist in Betteldorf aufgewachsen.

Sein Abitur machte er 2012 am Thomas-Morus-Gymnasium in Daun und ging dann erstmal für ein Jahr nach Afrika. In Kenia arbeitete er als Freiwilliger in dem Kinder-Hilfsprojekt einer ehemaligen Nachbarin aus Betteldorf, einem Waisenhaus, mit. Eine Entscheidung, die auch seinen weiteren Lebensweg und seine Berufswahl maßgeblich beeinflussen sollte, wie er erzählt.

„Ich habe in Afrika nochmal einen anderen Bezug zur Kirche entwickelt, da Glaube und Spiritualität dort viel selbstverständlicher und in den Alltag integriert gelebt werden. Das, was wir im Bistum Trier auch noch stärker verfolgen wollen, nämlich diakonisch und missionarisch zu handeln, konnte man dort in Reinform bestaunen.“

Basierend auf diesen Erfahrungen, habe er sich einen Seelsorgeberuf gut vorstellen können. „Es hatte einfach etwas sehr Inspirierendes, das kenianische Gemeindeleben kennenzulernen. Und obwohl man aus einem anderen Kulturkreis kommt, waren die Gottesdienste vertraute Punkte, weil sie so einen heimatlichen Aspekt hatten.“

Zurück in Deutschland, schrieb Michels sich an der Theologischen Fakultät Trier für das Theologiestudium ein und absolvierte im Anschluss 2017 den Pastoralkurs, der weitere drei Jahre beanspruchte. „Mir hat es wirklich gefallen, wie breit man aufgestellt ist. Wir hatten verschiedene Kurse dazu, wie man Seelsorge-Gespräche führt, aber auch Elemente wie Religionspädagogik, Liturgie, Diözesanrecht oder Rechtsfragen in der Kinder- und Jugendarbeit.“

Das erste Mentorenjahr, bei dem die angehenden Seelsorger von erfahrenen Kollegen betreut werden, verbrachte Michels in Schweich. „Man bekommt in dieser Zeit viel erklärt, darf aber auch schon eigenverantwortlich arbeiten“, erinnert Michels sich. Danach ging es für ihn nach Idar-Oberstein auf eine freie Planstelle im Dekanat Birkenfeld. Ein „Kulturschock“ zunächst – in ein Gebiet mit wenigen Katholiken, die Diaspora, zu kommen. Aber er habe sich schnell eingelebt: „Es ist irgendwie experimenteller, es gibt weniger schon Altbewährtes und man kann mehr ausprobieren.“ In Birkenfeld kümmert sich Michels insbesondere um die Jugendarbeit.

Madeleine Esch, die mittlerweile in Ochtendung (Kreis Mayen-Koblenz) lebt, verbrachte die vergangenen zwei Jahre ihrer Ausbildung im Dekanat Rhein-Wied und arbeitete in den Projekten MusikkircheLive – Die Gemeinde, AnsprechBAR und LuSt (Liebe und Segen teilen). Mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Gruppe LuSt  hat sie kleine „Trostpakete“ an zukünftige Ehepaare verschickt, die ihre Hochzeitsfeier Corona-bedingt verschieben mussten.

„Ich bin mit christlichen Werten aufgewachsen“, berichtet Esch. In der „Kirche der Jugend“ auf der Marienburg, bei der Firmvorbereitung, als Messdienerin oder Lektorin hat sie sich viele Jahre ehrenamtlich engagiert. Auf der anderen Seite ist sie in einer motorsportaktiven Familie groß geworden. Dass sich eine junge, kirchlich engagierte Frau gleichzeitig noch für Rennwagen und Oldtimer interessiert, würde viele Menschen auf den ersten Blick irritieren. Doch durch ihr Hobby habe sie eine große Offenheit und ehrliches Interesse an ihrem Gegenüber gelernt. Toleranz und Wertschätzung sind ihr nämlich sehr wichtig, unabhängig vom Lebensstil der jeweiligen Person.

Ein weiteres Element ihrer Arbeit sieht sie im Aufbau von Beziehungen. Das spiegelt sich in den drei Projekten wieder, in denen sie arbeitet. „Hier geht es darum, Glauben menschnah und innovativ zu gestalten und zu feiern. Und das in einer offenen Zusammenarbeit mit der jeweiligen Zielgruppe“, beschreibt die gebürtige Bleckhausenerin ihr Vorgehen. „Da ist man zusammen im Neuland unterwegs“, gesteht sie und da geht auch schon mal etwas schief.

 Michael Michels stammt aus Betteldorf und ist angehender Pastoralreferent in Idar-Oberstein.
Michael Michels stammt aus Betteldorf und ist angehender Pastoralreferent in Idar-Oberstein. Foto: TV/Christine Cüppers

Doch in den vergangen Jahren hat sie gelernt, „Mut zum Ausprobieren zu haben“. Am Wochenende ist sie handwerklich unterwegs und schraubt mit ihrem Mann an ihrem Oldtimer – ein NSU Prinz TT Baujahr 1965. Dabei kann sie abschalten, wie auch beim Restaurieren alter Möbel. Bald wartet erst einmal eine neue, spannende Aufgabe – sie wird zum ersten Mal Mutter.