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Zwei Urwahlen im Vulkaneifelkreis am Tag der Bundestagswahl: Üdersdorf und Lissingen

Wahlen : Urwahlen im Vulkaneifelkreis: Der Andrang der Kandidaten hält sich in Grenzen

In Üdersdorf und in Gerolstein-Lissingen findet zeitgleich mit den Bundestagswahlen am 26. September auch die Ortsbürgermeister- beziehungsweise Ortsvorsteher-Urwahl statt. In sechs weiteren Gemeinden im Landkreis Vulkaneifel bleibt das Amt vorerst noch unbesetzt.

Die Bewerbungsfrist für Urwahlen am Tag der Bundestagswahl endete am 9. August. Laut Kreisverwaltung stehen demnach am 26. September in der 1100-Einwohner-Gemeinde Üdersdorf (mit den Ortsteilen Tettscheid und Trittscheid) zwei Einzelbewerber zur Wahl als Nachfolger des seit 2014 amtierenden Ortsbürgermeisters Günter Altmeier, und im Gerolsteiner Stadtteil Lissingen (740 Einwohner) gibt es einen Bewerber um die Nachfolge von Ortsvorsteher Karl-Heinz Elsen.

In Üdersdorf bewerben sich der derzeitige Erste Beigeordnete Karl Reinhold Stadtfeld sowie Markus Schmitz, der 2014 gegen Günter Altmeier angetreten und diesem unterlegen war und der 2019 ohne Mitbewerber bei einer Direktwahl an der erforderlichen 50-Prozent-Hürde der Wählerstimmen gescheitert war. Bei der anschließenden Wiederholungswahl im August 2019 trat Altmeier entgegen seiner ursprünglichen Absicht nochmals an und wurde mit einem Stimmenanteil von 68 Prozent wiedergewählt.

Im Mai dieses Jahres kündigte er an, nach 37 Jahren in der Kommunalpolitik und sieben Jahren als Ortsbürgermeister zum 30. September sein Amt niederzulegen – aus Altersgründen, wie er dem TV sagt. Altmeier erklärt: „Ich bin inzwischen 71 Jahre alt und finde, man sollte den richtigen Zeitpunkt erkennen, bevor die Bürger einem Altersstarrsinn unterstellen.“ Und: „Ich bin mit meiner Frau, meinen Kindern und Enkelkindern einig, dass ich mein ehrenamtliches Engagement zurückfahren sollte.“

Mit Karl-Heinz Elsen zieht sich in Lissingen ebenfalls ein langjähriger Kommunalpolitiker zurück. „Einmal muss Schluss sein“, meint der 79-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung – nach Amtsperioden im Ausschuss Sport, Jugend und Kultur des Landkreises Vulkaneifel, im Rat der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein, im Stadtrat Gerolstein und im Ortsbeirat Lissingen. Weil sich seinerzeit kein anderer bereit erklärte, hatte Elsen im August 2019 als Ortsvorsteher kandidiert und war vom Ortsbeirat einstimmig gewählt worden. Im Mai 2021 machte er seine Absichtserklärung vom Amtsantritt offiziell, dass er das Amt zum 30. September aus Altersgründen niederlegen werde. Einziger Bewerber um seine Nachfolge ist Dr. Torsten Werner.

In Nerdlen (VG Daun) und Höchstberg (VG Kelberg) sind die Stellen an der Dorfspitze aktuell unbesetzt; in beiden Gemeinden wurden bis zum Ende der Bewerbungsfrist keine Wahlvorschläge eingereicht. In Nerdlen (220 Einwohner) war Wolfgang Maas im August 2019 vom Ortsgemeinderat ins Amt gewählt worden. Seit seinem Rücktritt aus persönlichen Gründen im März 2021 übt der Erste Beigeordnete Rudolf Schmitz die Amtsgeschäfte aus. In Höchstberg (330 Einwohner) führt der Erste Beigeordnete Otmar Simon die Amtsgeschäfte, nachdem Berthold Karst, Ortsbürgermeister seit Juni 2019, im Mai dieses Jahres zurückgetreten war.

Auch in den Ortsgemeinden Berndorf und Oberehe-Stroheich (beide VG Gerolstein) sowie Demerath (VG Daun) amtieren derzeit keine Ortsbürgermeister.

Die ordnungsgemäße Vertretung sei aber sichergestellt, betont die Kreisverwaltung. Und zwar in Berndorf (530 Einwohner) mit dem Ersten Beigeordneten Paul Becker, der seit 2019 die Führung der Gemeinde gemeinsam mit Andreas Leif, Ansgar Gross und Dieter Schlimpen verantwortet, nachdem Egon Klaes nach 20 Jahren im Amt nicht mehr angetreten war.

In Demerath (300 Einwohner) führt der Erste Beigeordnete Volker Grundmann die Amtsgeschäfte, seit 2019 kein Nachfolger für Andreas Schäfer gefunden wurde. Und in Oberehe-Stroheich (310 Einwohner) ist es seit der Amtsniederlegung von Alois Mauren zum 31. Juli 2019 der Erste Beigeordnete Dominik Kaiser, der dessen Aufgaben übernommen hat.

Bleibt noch der Blick nach Pelm, mit 1000 Einwohnern eines der größeren Dörfer im Landkreis, wo Ortsbürgermeister Leo Meeth seinen Rücktritt bekannt gegeben hat. Er war 2014 erstmals ins Amt gewählt worden und hatte bei der Direktwahl im Mai 2019 knapp 78 Prozent der Stimmen erhalten. Hier muss nun der Ortsgemeinderat einen Wahltermin beziehungsweise Termin zur etwaigen Stichwahl vorschlagen. Der TV hat Meeth für eine Stellungnahme nicht erreichen können.