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Zwischen den Kreiseln geht’s rund

Zwischen den Kreiseln geht’s rund

GEROLSTEIN. Voraussichtlich doch noch in diesem Jahr startet der Ausbau der Sarresdorfer Straße (B 410) in Gerolstein. Von den schätzungsweise 800 000 Euro Gesamtkosten übernimmt der Bund den Löwenanteil.

Vor dem Hintergrund der Finanzmisere der Stadt Gerolstein in diesem Jahr (der TV berichtete) wertete Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) den Ausbau der Sarresdorfer Straße - so der Bund denn grünes Licht gibt - als Lichtblick. "Da wäre ich schon froh", sagte er vor der Verabschiedung des defizitären Stadtetats für 2006. Während andere Projekte aus dem Haushalt der Streichung zum Opfer gefallen sind, wurden für den Ausbau der Gehwege entlang der Sarresdorfer Straße im Etat für 2006 vorsorglich 120 000 Euro bereit gestellt. Zwar trägt der Bund die Kosten für die grundlegende Erneuerung der Fahrbahn (schließlich ist es eine Bundesstraße), doch die Gemeinde muss die Kosten für die Gehwege übernehmen. Herbert Benz, zuständiger Planer beim Landesbetrieb für Straßen und Verkehr (LSV) in Gerolstein, geht von Gesamtkosten in Höhe von 800 000 Euro aus, von denen "maximal 200 000 Euro" auf den Ausbau der Gehwege entfallen. Benz ist davon überzeugt, dass die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen: "Wenn Baurecht da ist, dann kann es in diesem Jahr auch losgehen." Den entscheidenden Schritt dahin hat der Gerolsteiner Stadtrat in seiner letzten Sitzung 2005 getan, als er über den geänderten Bebauungsplan für das Gebiet abgestimmt und das Verfahren damit eingeleitet hat. Den Fußgängern sollen Verkehrsinseln helfen

Geplant ist laut Benz die rund 1,1 Kilometer lange Strecke in drei Abschnitten auszubauen: vom Stadteingang aus Richtung Prüm bis zum ersten Kreisverkehr, von dort bis zum Kreisverkehr am Kreisheimatmuseum und von dort bis zum Kreisverkehr an der Volksbank. Rund 750 Meter davon werden im so genannten Vollausbau erneuert. Dabei wird die teilweise heruntergekommene Straße 60 bis 70 Zentimeter ausgebaggert und mit einer neuen Frost-, Trag- und Deckschicht versehen. Benz erläutert: "Man sieht der Straße an, dass sie schon etliche Jahre auf dem Buckel hat und einer hohen Belastung ausgesetzt ist." Wurden im Jahr 2000 noch täglich 12 000 Fahrzeuge auf der Straße gezählt, so werden es nach Ansicht der Experten 2015 rund 18 000 sein. Bei den Bereichen um die Kreisverkehrsplätze ist der aufwändige Ausbau aber nicht nötig, da der älteste gerade einmal sieben Jahre alt ist. Benz: "Da wird höchstens die Deckschicht erneuert." Geplant ist vielerlei: Am Stadteingang aus Richtung Prüm soll ein bepflanzter Fahrbahnteiler dafür sorgen, dass nicht mehr so in die Stadt gerast wird. Dem starken Fußgängerverkehr soll mit Verkehrsinseln mit Überquerungshilfen Rechnung getragen werden - und zwar gleich an mehreren Stellen: zwischen Kreisheimatmuseum und Erlöserkirche, zwischen Aldi und Lidl und vor der Berufsbildenden Schule. Dort sollen zudem auf jeder Fahrbahnseite eine Bus-Einbuchtung gebaut werden, damit es während der Stopps der Schulbusse nicht mehr zu den langen Rückstaus auf der Straße kommt. Staus sollen auch dadurch vermieden werden, dass ein Linksabbiegen von der Straße nicht mehr erlaubt sein wird. Vielmehr soll sich der Verkehrsteilnehmer den Weg bis zum nächsten Kreisverkehr suchen und dort zu seinem Ziel zurückfahren. Ziel der Planer ist es auch, die Straße zu verschönern. Zu diesem Zweck ist geplant, rund ein Dutzend Bäume zu pflanzen. Aber das müsse erst noch mit den Anliegern abgestimmt werden. Mehrere Gründe sprechen für das Bauvorhaben

Für Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) ist das Bauvorhaben gleich aus mehreren Gründen wichtig: "Weil damit der Fußgängerverkehr zwischen den Märkten sicherer gemacht, den Berufsschülern das Überqueren der Fahrbahn erleichtert und der Bereich zwischen Erlöserkirche und Kreisheimatmuseum gästefreundlicher gestaltet wird." Denn parallel zur Erneuerung der Straße plant die Stadt, neben dem Museum (dort, wo sich jetzt noch der alte Spielplatz befindet) einen Parkplatz für Autos und Busse zu bauen. Und zwischen Parkplatz und Erlöserkirche soll eine Überquerungshilfe "die Besucherströme lenken".