Kunst Zwischenwelten der Fantasie

DAUN · Bereits zum zweiten Mal ist die Malerin Heidrun Pfalzgraf mit ihren Werken zu Gast in der Galerie Augarde. Ihre abstrakten Gemälde leben von der Improvisation.

Heidrun Pfalzgraf sucht den Austausch mit den Kunstinteressierten, die sich von ihren farbintensiven Bildern inspirieren lassen.

Heidrun Pfalzgraf sucht den Austausch mit den Kunstinteressierten, die sich von ihren farbintensiven Bildern inspirieren lassen.

Foto: TV/Angelika Koch

Der Frühsommer ist in der Galerie von Stefanie Mayer-Augarde voller Farben und schwungvoller Linien, die scheinbar absichtslos miteinander verwoben sind und doch ein rhythmisch gestaltetes Ganzes ergeben, das kompakt und kraftvoll wirkt. Nachdem die im niedersächsischen Celle lebende Künstlerin Heidrun Pfalzgraf bereits im Winter vor zwei Jahren zu einer abwechslungsreichen Gruppenausstellung in Daun beitrug, stehen ihre zumeist großformatigen Bilder nun ganz für sich. In die Eifel und die Region Trier hatte sie schon vorher intensiven Kontakt: Sie lernte die vielfältigen Techniken der Malerei von der Pike auf, unter anderem an der Europäischen Kunstakademie bei Franziskus Wendels und Rolf Viva. Wendels war es auch, der sie mit der Galerie in seiner Heimatstadt bekannt machte. „Es ist spannend zu sehen, wie sich ein Künstler weiterentwickelt“, begründete die Galeristin ihre Wahl, die kommenden anderthalb Monate mit dem Farb­rausch der norddeutschen Malerin zu bestreiten.

Die Trierer Kunsthistorikerin Diana Lamprecht schilderte auf der Vernissage, wie Heidrun Pfalzgraf arbeitet: „Die Bilder wachsen organisch, die Künstlerin knüpft beim Malen und Zeichnen selbst immer wieder neu an, tastet sich spielerisch voran, verbindet verschiedene Techniken und Malmittel… allein darum verdient die Ausstellung schon den Titel ‚Zwischenwelten‘.“ Nichts sei von vornherein vorbestimmt, immer wieder eröffneten sich beim Schaffensprozess neue Wege und Schwerpunkte, es gebe ein in Schichten alternierendes Wechselspiel von Vorder- und Hintergrund. „Den Bildern, wie sie hier hängen, sieht man ihre unkonventionelle Entstehung an. Sie fordern Aufmerksamkeit ein und ermöglichen immer wieder neue Perspektiven.“ So sind die Gemälde auch auf der Rückseite signiert, denn der Betrachter hat den Freiraum selbst zu entscheiden, wo „oben“ und wo „unten“ ist. „Die Bilder sind nicht nur eine freie Assoziation der Künstlerin. Sie sind zugleich eine Einladung, neue Seherfahrungen zu machen und sich selbst zu reflektieren.“

 Heidrun Pfalzgraf sucht den Austausch mit den Kunstinteressierten, die sich von ihren farbintensiven Bildern inspirieren lassen.

Heidrun Pfalzgraf sucht den Austausch mit den Kunstinteressierten, die sich von ihren farbintensiven Bildern inspirieren lassen.

Foto: TV/Heidrun Pfalzgraf

Zum Vernissagekonzept von Stefanie Mayer-Augarde gehört es, zu den Werken der bildenden Kunst immer auch Künstler anderer Sparten einzuladen. Musiker oder Literaten oder beide. Zur fantasievollen Ästhetik von Heidrun Pfalzgraf passten nun die Improvisationen, die Michael Frangen auf Trompete und Flügelhorn bot. Er vertiefte in seiner Interpretation der Werke die meditativen und spirituellen Aspekte, die ihn ihnen enthalten sind, zart und filigran, zugleich voller Selbst-Bewusstsein und spontaner Freude. „Ich habe erfahren, dass Heidrun Pfalzgraf beim Malen Musik hört, zum Beispiel aus Kuba… ich lasse mich mittragen von diesen musikalischen Motiven“, sagte Frangen. Und so wurde deutlich, wie sehr die Farbigkeit und der Schwung der Bilder in die Zeit passen, während der sie in Daun zu sehen sind: das Versprechen des kommenden Sommers.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort