Zwölf Töne pro Sekunde

Zwölf Töne pro Sekunde

Der 14-jährige Pianist Enrico Noel Czmorek gestaltete das dritte Lions Benefizkonzert in der Erlöserkirche und löste bei den Zuhörern Freude und Begeisterung aus.

Gerolstein (bb) Es mag in der Vulkaneifel wohl kaum eine schönere Kulisse für ein Konzert geben als die Erlöserkirche in Gerolstein. Ihr Inneres prägen prächtige, großflächige Goldmosaike sowie Malereien und Rundbögen. Doch gerade dies bedeute eine Herausforderung beim Klavierspiel, weiß Enrico Noel Czmorek - "eine Kirche ist eben kein Konzertsaal", räumt er ein. Doch was beinahe wie eine Entschuldigung des 14-Jährigen klingt, steht in keinem Verhältnis zu dem Musikerlebnis, das er den etwa 200 Zuhörern auf Einladung des Lions Club (LC) Vulkaneifel an diesem Abend verschafft.
LC-Präsident Hubertus Foester kündigt Enrico Noel Czmorek als Ausnahmepianist an. Der Activity-Beauftragte Siegfried Czernohorsky stellt "das Wunderkind am Klavier" vor. Unter den Zuhörern sind viele, die ihn bereits von einem Auftritt beim Kulturkreis Daun oder von den beiden Solokonzerten in der Region (in Daun und Kelberg) kennen. Im Publikum ist auch der Musikwissenschaftler Tim Becker aus Daun. "Ganz außergewöhnlich, was seine Technik angeht, ganz ungewöhnlich, wie frei und konzentriert er spielt", lautet sein Urteil. Und er sagt: "Ich beneide ihn um die Möglichkeiten, die noch vor ihm liegen."
Den Rahmen des klug komponierten Programms in der Erlöserkirche bilden das lyrische "Lied ohne Worte" von Mendelssohn Bartholdy zu Beginn und der legendäre, höchst lautmalerische "Hummelflug" aus der Oper "Das Märchen vom Zaren Saltan" von Rimski-Korsakow als dritte Zugabe. Zwölf Töne pro Sekunde! Enrico spielt jeden einzelnen. Von Rachmaninow, Chopin und Haydn stammen seine Interpretationen im Hauptprogramm; die Komponisten gehören zu seinen Favoriten. "Es macht mir besonders viel Spaß, wenn ich das Programm eines Konzerts selbst bestimmen kann", sagt Enrico Noel Czmorek, dessen Eltern Johnny Czmorek-Bennett und Gabriella Czmorek-Homa im Jahr 2013 von Ungarn nach Deutschland umsiedelten, um das früh bemerkte Talent ihres Sohnes optimal zu fördern (der Trierische Volksfreund berichtete). Enrico wird von Professor Andreas Frölich an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln/Aachen unterrichtet. Die Fachwelt bescheinigt ihm überragendes Talent und kontinuierliche Weiterentwicklung. Als Bundessieger bei "Jugend musiziert 2017" war er mit 25 von 25 Punkten der beste Absolvent der letzten zehn Jahre. Enrico besucht die achte Klasse des Dauner Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Zurzeit steht ein Wohnortwechsel der Familie von Gunderath bei Kelberg in die Stadt Manderscheid an.