Schulen : Warum es an Schulen der Region öfter zu Amok-Fehlalarm kommt

Kostenpflichtiger Inhalt: Schulen : Warum es an Schulen der Region öfter zu Amok-Fehlalarm kommt

Für besondere Gefahrensituationen gibt es nur Anregungen und Empfehlungen, aber kein einheitliches Warnsystem. Landesweite Standards werden erarbeitet.

An den Schulen in der Region gibt es kein einheitliches Amok-Warnsystem. Auch ist es offenbar nicht vorgeschrieben, dass alle Schulen ein solches System installieren. Das haben Recherchen unserer Zeitung nach den beiden Amok-Fehlalarmen in Wittlich und Bernkastel-Kues (der TV berichtete) ergeben.

In der Verwaltungsvorschrift des Landes zu Maßnahmen bei besonderen Gefahrensituationen in Schulen ist bei Alarmanlagen und Gegensprechanlagen nur von Anregungen und Empfehlungen die Rede. Laut der für die Schulaufsicht zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier sind alle Schulen mit Alarmsystemen ausgestattet, allerdings eben mit unterschiedlichen. Bereits im vergangenen Jahr hat das Land angekündigt, landesweite Standards für ein schulisches Alarmsystem zu erarbeiten.

Wie sich die Schulen konkret vor einem Amoklauf schützen, das ist allerdings nur schwer herauszufinden. Schulträger und Polizei sagen in der Regel nichts zu den Systemen, „da sonst potenzielle Amokläufer unsere Verteidigung kennen“, wie es etwa aus der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm heißt. Details zu den Alarmierungssystemen wolle man aus Sicherheitsgründen nicht preisgeben, teilt auch die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich mit.

In einigen Schulen sind wohl Klassenzimmer mit Druckknöpfen ausgestattet, mit denen Alarm ausgelöst werden kann. Andere haben Gegensprechanlagen, die direkt mit der Polizei verbunden sind. Einige Träger haben ihre weiterführenden Schulen mit Alarmhandys ausgestattet.

Jeder Lehrer verfügt über ein solches Gerät, das mit einem Alarmknopf versehen ist, über den bei einem möglichen Amoklauf dann unmittelbar Polizei und Rettungsdienste alarmiert werden können.

Nachteil dabei: Es kommt offenbar relativ oft zu Fehlalarmen. Wie vergangene Woche am Nikolaus-von-Kues-Gymnasium in Bernkastel-Kues. Dort war wohl auch der irrtümlich gedrückte Alarmknopf an einem Handy der Auslöser.

Wie oft es zu solchen falschen Alarmen kommt, weiß man bei der ADD nicht. Nach TV-Informationen sind diese aber nicht selten. Aus Lehrerkreisen heißt es, dass es regelmäßig zu Fehlalarmen komme, entweder weil ein Lehrer versehentlich auf den Knopf gedrückt habe, nachdem er das Gerät aus der Ladestation genommen habe, oder aber durch ein technisches Problem.

Bei einer Alarmierung wird automatisch die vorgeschriebene Rettungskette ausgelöst. „So schnell wie möglich fahren verfügbare und zusätzlich besonders alarmierte Einsatzkräfte die betreffende Schule an, rüsten sich mit Schutzausrüstung und zusätzlicher Bewaffnung aus und gehen in sogenannten Interventionsteams gesichert und zielgerichtet in die Schule hinein“, sagt der Sprecher des Trierer Polizeipräsidiums, Uwe Konz.

Mehr von Volksfreund