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Warum flackert das Licht bei Gewitter? Blitzeinschlag ist nicht der einzige Grund

Stromversorgung : Flackerndes Licht bei Gewitter? - Was im Stromnetz bei Blitz und Donner passiert

Mit den warmen Temperaturen kommen auch die Sommergewitter wieder zurück. Nicht selten kommt es dabei zu Spannungsschwankungen im Stromnetz. Was dabei passiert, ohne dass man es merkt.

Es gibt viele mögliche Ursachen für Spannungsschwankungen und Stromausfälle bei Sturm und Gewitter. Während komplette Ausfälle eher seltener sind, tauchen Schwankungen, erkennbar zum Beispiel an flackerndem Licht, deutlich häufiger auf. Aber was genau passiert mit dem Stromnetz bei einem Blitzeinschlag?

Mit einer Spannung von mehreren Hundert Millionen Volt und einer Stromstärke von bis zu 100.000 Ampere erreichen Blitze eine gewaltige Leistung. Kommt unser Stromnetz direkt oder über Umwege mit dieser kurzzeitigen, aber sehr potenten Energie in Berührung, muss es diesen Unterschied schnellstmöglich ausgleichen.

Flackerndes Licht nach Blitzeinschlägen

Trifft ein Blitz beispielsweise eine Mittelspannungsleitung, wird der Strom nicht wie üblich über den Trafo, sondern über eine sogenannte Lichtbogenstrecke gelenkt. Dabei entsteht ein sichtbarer Lichtbogen in der Luft, um den Trafo zu schützen. Damit dieser Lichtbogen wieder abreißt, bricht die Spannung kurzzeitig zusammen. Im Haus erlebt man dies als kurzes Flackern der Lampen.

Äste und Bäume können bei Sturm das Licht flackern lassen

Um eine kurze Unterbrechung der Spannung zu erzeugen, braucht es bei schlechtem Wetter aber nicht zwingend einen Blitz. Auch bei Berührungen mit Ästen und Bäumen schaltet der Leistungsschalter für rund 0,4 Sekunden ab. Nur bei größeren Schäden, wenn beispielsweise ein Baum auf einer Oberleitung landet und die Leitung abreißt, funktioniert dies nicht mehr. Dann muss die Netzleitstelle eingreifen und den Strom von einer anderen Leitung beziehen. Wenn das nicht mehr möglich ist, kommt es zu längeren Ausfällen, weil dann erst die Reparaturteams vor Ort tätig werden müssen.

Die Strommasten müssen bei flackerndem Licht nicht zwingend in der direkten Umgebung stehen, da das Stromnetz von einer ganzen Reihe von Mittelspannungsleitungen versorgt wird. Schon der kurzzeitige Ausfall einer einzigen Leitung kann zu einer kurzfristigen Schwankung führen, bis die Netzteile die notwendigen Gegenmaßnahmen eingeleitet haben.

Zu Stromschwankungen kann es auch kommen, wenn ein großer Verbraucher wegfällt, zum Beispiel eine Fabrik, weil dann die Spannung steigt und Überwachungseinrichtungen wegen Überspannung abschalten. Auch das Abschalten von Windkraftwerken bei Sturm, kann zu Schwankungen führen.