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Warum im Hunsrück immer mehr Baugebiete wuchern

Kolumne Liss : Baugebiet gesucht

Ich will ja nichts sagen, aber wenn man sich die Wünsche der Hunsrücker Gemeinde- und Dorfchefs für die Zukunft anschaut, dann ist der erste Wunsch ein Baugebiet, der zweite ein Baugebiet und der dritte ein Baugebiet.

Und wenn der Platz in der eigenen Kommune nicht reicht, dann versucht man beim Nachbarn eines zu bekommen, wie die Malborner. Dabei haben die schon zwei Dörfer. Wollen die auf Hermeskeiler Gebiet noch ein drittes gründen?

Ich frage mich, woher die ganzen Leute kommen, die bauen wollen. Aber es gibt sie offenbar. Dabei gibt es viel weniger neue Hunsrücker als Bauplätze. In Morbach und Hermeskeil ein paar Leute mehr, in Thalfang ein paar weniger.

Aber die Leute wollen nicht mehr dort wohnen, wo sie herkommen, sie wollen dort bauen, wo es noch Bauland gibt. Die Bernkasteler und andere Moselaner kommen auf den Hunsrück, weil das Moseltal so eng ist, dass man dort seine eigenen vier Wände nicht mehr errichten kann. Und die Trierer ziehen auch alle zu uns, weil ein Häuschen in der Moselmetropole so teuer geworden ist. Ich sehe es kommen: Irgendwann bauen die Trierer ihre Porta Nigra zum Parkhaus um, weil die Moselaner, die dann auf dem Hunsrück wohnen, dort unten arbeiten und ihr Auto irgendwo abstellen wollen.

Wohnen im Grünen, aber bitte verkehrsgünstig, ist die Devise. Und wenn Malborn und Thiergarten endlich zusammengewachsen sind und sich die Neubaugebiete von Wederath bis Grimburg in einer langen Reihe entlang der Hunsrückhöhenstraße hinziehen – dann sind wir hier oben endgültig zu einer Großstadt gewachsen,

 meint eure Liss.