1. Region

Was Gartenbesitzer gegen das Blaumeisen-Sterben machen können

Flora und Fauna : Was Gartenbesitzer gegen das Blaumeisen-Sterben machen können

Auch in Rheinland-Pfalz fielen Tiere im vergangenen Jahr einer Seuche zum Opfer, teilt das Landesuntersuchungsamt mit. Ob sich Todesfälle unter den Vögeln in diesem Jahr wiederholen, was Menschen dagegen machen können und welche anderen Tierseuchen Probleme bereiten.

Geht es um Tierseuchen, war besonders das Blaumeisen-Sterben dem Landesuntersuchungsamt (LUA) im vergangenen Jahr ein Dorn im Auge. Vögel, die mysteriös erkrankten und später starben, fielen auch der für Tierseuchen in Rheinland-Pfalz zuständigen Behörde vermehrt auf. Die Symptome ähnelten sich: Tiere waren aufgeplustert, apathisch, bewegten sich nicht mehr, hatten Beschwerden beim Atmen, Fressen und Trinken, heißt es in dem Bericht, den LUA-Präsident Stefan Bent und Verbraucherministerin Anne Spiegel (Grüne) am Montag in Mainz vorgestellt haben. Im Labor stellten Forscher bei den Meisen krankhafte Entzündungen der Lunge fest.

Tierseuchen-Experten gehen bislang davon aus, dass die Vögel an einer bakteriellen Erkrankung leiden. „In diesem Jahr zeichnet sich bislang nicht ab, dass das Blaumeisen-Sterben andauert“, beruhigten Spiegel und Bent zwar Vogelfreunde. Dennoch könnten Verbraucher einen Teil dazu beitragen, dass sich Tiere nicht gegenseitig ansteckten, wenn die Krankheit wieder im Umlauf ist.

Das LUA rät, Hygieneregeln wie in der Corona-Krise auf die Vögel anzupassen. Zumindest die, die machbar sind. „Abstand halten und Maske tragen kann man ihnen natürlich nicht beibringen“, witzelte Bent. Sinnvoll sei es aber, Futterstellen und Tränken ständig mit heißem Wasser zu reinigen, Verschmutzungen zu entfernen und Trinkwasser regelmäßig zu wechseln. Dort verbreiteten Erreger sich besonders stark. Beobachte man kranke Vögel oder viele Tiere auf einmal, könne das einem Hotspot ähneln. Gartenbesitzer sollten das Füttern dann erst einmal einstellen. Das gelte auch, wenn Menschen kranke Tiere beobachteten, um nicht gesunde Vögel anzulocken. Im vergangenen Jahr habe das LUA in Rheinland-Pfalz ein gehäuftes Aufkommen von Blaumeisen-Sterben bemerkt. In diesem Jahr habe es im Land bislang keinen Bericht dazu gegeben. In anderen Regionen Deutschlands hingegen berichten Medien anhaltend von einem Blaumeisen-Sterben.

Um Tierseuchen auszuschließen, hat das LUA im vergangenen Jahr 280 131 Proben genommen. Im Fokus stehe auch nach wie vor, Rinder, Schafe und Ziegen auf die Blauzungenkrankheit zu untersuchen. Diese sei für den Menschen völlig harmlos, die Impfung von Tieren werde aber empfohlen und vom Land auch anteilig gefördert, sagte Verbraucherministerin Spiegel. Im vergangenen Jahr hat es bei einem Rind im Kreis Trier-Saarburg einen Fall der Blauzungenkrankheit gegeben. Spiegel sagte, der Infektionsdruck sei hoch, da in Luxemburg, Belgien und den Niederlanden keine Bekämpfung der Tierseuche erfolge.

Keinen Fall gab es in Rheinland-Pfalz bei der afrikanischen Schweinepest, von der es Tausende Fälle in Brandenburg und Sachsen gegeben hat. Rheinland-pfälzische Veterinäre untersuchten regelmäßig Proben von Wild- und Hausschweinen. 724 Wildschweine untersuchte das Land im vergangenen Jahr, alle Proben seien negativ gewesen. Ein Trost, denn: Ein Ausbruch würde den Fleischhandel in Rheinland-Pfalz massiv einschränken, warnte Spiegel.