Was gibt es Neues zum neuen Schuljahr 2019/2020 in Rheinland-Pfalz

Kostenpflichtiger Inhalt: Unterricht : Was gibt es Neues zum neuen Schuljahr 2019/2020 in Rheinland-Pfalz

Rund 36 000 Kinder strömen erstmals in rheinland-pfälzische Schulen. Was wandelt sich dort zum neuen Jahr?

  Mit großen Augen gehen rund 36 000 Kinder in dieser Woche in ihren ersten Schultag. Für die meist sechsjährigen Kinder in der ersten Klasse beginnt der Unterricht in der Regel am Dienstag.

Die große Mehrheit der insgesamt 406 900 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen sowie der rund 41 000 Lehrkräfte startet bereits heute ins neue Schuljahr. Was tut sich 2019/20 in den Schulen des Landes?

Neue Schüler: Fast 4500 Erstklässler starten in der Region Trier ins Schulleben. Im Kreis Trier-Saarburg werden rund 1320 Kinder eingeschult, in Bernkastel-Wittlich 910, im Eifelkreis Bitburg-Prüm 860, im Landkreis Daun rund 530 und in der Stadt Trier gut 850, zeigen Zahlen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier.

Mehr Digitales: Schulträger, also meist die Kommunen, können ab Ende September über ein Online-Portal Anträge für digitale Geräte und Lernsoftware einreichen.
Aus dem Digitalpakt des Bundes mit den Ländern stehen Rheinland-Pfalz dafür 241 Millionen Euro zur Verfügung.
Die CDU-Fraktion im Mainzer Landtag kritisiert wiederum, dass Geräte nicht vor Anfang 2020 in den Schulen landen – und sich digitaler Unterricht weiter verzögert.

Mehr Mathematik: Das Programm „Mathe macht stark“ wird jetzt an 52 Grundschulen praktiziert, um individuelle Schwierigkeiten beim Rechnen frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Im vergangenen Schuljahr wurde das in Schleswig-Holstein entwickelte Programm an zunächst 13 Grundschulen getestet. Das Erkennen von Problemen und die Förderung von Fähigkeiten verbindet bereits das alle vier Klassenstufen der Grundschule umfassende Programm „Lesen macht stark“. „Lesen, schreiben, sprechen und rechnen sind und bleiben zentrale Kompetenzen, die über den späteren Bildungserfolg entscheiden“, erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).

Mehr Ganztagsschulen: Zum neuen Schuljahr wird an fünf weiteren Grundschulen und einem Gymnasium die Ganztagsschule in Angebotsform eingerichtet. Damit gibt es dann insgesamt 634 Ganztagsschulen: 337 Grundschulen, 61 Förderschulen, 47 Integrierte Gesamtschulen, 46 Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang, 141 Realschulen plus und zwei Realschulen in privater Trägerschaft. Neun weitere Schulen erhielten auf Antrag die Option dafür und müssen bis zum 15. März 2020 die Mindestzahlen an verbindlichen Anmeldungen für das Ganztagsschulangebot im Schuljahr 2020/2021 nachweisen.

Mehr Abschlüsse: Die Abkürzung „KoA“ steht für das Projekt „Keine(r) ohne Abschluss“ in Rheinland-Pfalz. Bislang gab es zehn Realschulen plus, die daran teilnehmen – in der Region gehört Trier-Ehrang dazu. Mit dem neuen Schuljahr kommen Realschulen in Altenkirchen, Mayen und Bingen neu dazu, ab 1. August 2020 auch eine Realschule plus in Koblenz. Der Unterricht in diesen Klassen gehe gezielt auf die Bedürfnisse der Schüler ein, um diese zum Ziel der „Berufsreife“ zu führen, erklärte Hubig. Wer nach neun Schuljahren den Abschluss nicht erreicht hat, kann diesen in einem besonderen 10. Schuljahr erwerben. Erste Erfolge zeigen sich bereits bei den Schulabbrechern: Das Statistische Landesamt sieht in dem KoA-Programm einen Grund dafür, dass die Zahl der Schulabgänger ohne Berufsreife von 2007 bis 2017 um 22 Prozent gesunken ist. Nach einer Studie der Caritas blieben 2017 knapp sieben Prozent der Schüler ohne Abschluss.

(dpa)
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