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Was sind vegane Weine und wie erkennt man sie

Auslese : Was sind vegane Weine?

Premiere im Hause Kerl. Am heutigen Samstagabend koche ich mit Freunden ein Menü. Kein gewöhnliches Mahl, sondern ein veganes, weil einer unserer Gäste Veganer ist. Natürlich muss auch der Wein dazu vegan sein.

Was sonst? Und das ist der Moment, wo es anfängt, kompliziert zu werden.

Was aber ist veganer Wein überhaupt? Da sind doch ohnehin keine Tiere drin, fragt man sich. Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut erklärt, dass Gelatine, Hühnereiweiß, Kasein, also der wichtigste Eiweißbestandteil der Milch, oder die Hausenblase (die getrocknete Schwimmblase einer Störart) zum Klären von Wein benutzt wird. Das ist wichtig für die Optik.

Winzer klären oder schönen ihren Wein in der Regel. Das ist nichts Verwerfliches. Wenn sie etwa Eiweiß in den noch trüben Wein geben, binden die Proteine die Trübstoffe. Diese setzen sich am Boden des Fasses oder Tanks ab und der Winzer holt sie am Ende wieder aus dem Wein heraus. „In vielen Fällen aber sind Weine heute sowieso vegan“, sagt Büscher. „Winzer setzen etwa Erbsenproteine statt Gelatine oder Hühnereiweiß ein.“

 Vegane Bioweine haben oft ein V-Label auf dem Rückenetikett. Diese Kennzeichnung wurde von Ecovin und ProVeg erarbeitet. Andere Weine sind zwar vegan, haben aber keinen Aufdruck und sind daher nicht als solche zu erkennen. Warum? Büscher glaubt, dies liege daran, dass die Winzer nicht noch ein zusätzliches Etikett auf ihre Flasche kleben wollten.

Über die Qualität des Weines sagt vegan oder nicht vegan sowieso nichts aus. Das Label gibt lediglich Aufschluss über die Herstellungsmethode.

Bei mir wird es am Samstag jedenfalls vegane Weine geben zu Salat, Suppe, Gemüse und einem Nachtisch, über den wir uns noch nicht so ganz einig sind. Da ich keinen Wein kredenzen will, den ich nicht kenne und ihn nicht kaufen will, bloß, weil er vegan ist, habe ich die entsprechenden Winzer angerufen und gefragt.

Unser veganer Gast darf sich freuen.

            v.kerl@volksfreund.de