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Gesundheit : Was tun, wenn die Schule geschlossen wird?

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesundheit : Was tun, wenn die Schule geschlossen wird?

In sieben Schulen im Land fällt vorerst Unterricht aus, weil es im Umfeld Coronainfektionen gegeben hat. Diese Woche will das rheinland-pfälzische Bildungsministerium neue Empfehlungen für Klassenfahrten herausgeben.

Sieben Schulen in Rheinland-Pfalz bleiben ab heute vorerst geschlossen, weil es im Umfeld Coronainfektionen gegeben hat. Wie die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier gestern mitteilte, fällt aus diesem Grund der Unterricht an der Grundschule und der Integrierten Gesamtschule im pfälzischen Wachenheim aus. Dort wurde bei einem Lehrer eine Infektion nachgewiesen. Auch zwei Gymnasien und zwei Realschulen plus in Andernach und eine Grundschule in  Koblenz bleiben erst einmal geschlossen.

Hintergrund dieser vorsorglichen Schließung sind nach Mitteilung des Gesundheitsamtes des Kreises Mayen-Koblenz, dass am Samstag bei einem Ehepaar und einem seiner beiden Kinder Corona nachgewiesen worden sei. Beide Kinder gehen auf die nun vorerst geschlossene Grundschule; und ein Elternteil ist Lehrer an einem Gymnasium in Andernach. Da alle Schulen dort sehr dicht zusammenliegen, habe sich das Gesundheitsamt entschlossen, alle vorerst zu schließen, teilte ein ADD-Sprecher gestern auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Die Schulschließungen erfolgten in enger Absprache der Gesundheitsämter mit der Aufsichtsdirektion, sagte ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums auf Anfrage unserer Zeitung.

Ob und wie die Kinder dann aber unterrichtet werden sollen, darüber gibt es derzeit noch keine Vorgaben des Ministeriums.  Es gebe unterschiedliche Modelle, sagte der Ministeriumssprecher. Entweder „ganz analog“ über Arbeitsblätter, die den Schülern dann vermutlich zugeschickt werden sollen, bis hin zu einem Online-Unterricht. Das hänge auch von der Dauer der Schließung und der technischen Ausstattung der jeweiligen Schule, was Internet angeht, ab, heißt es seitens der ADD. In der Zeit könnten vielleicht auch Referate von den Schülern vorbereitet werden.

So richtig scheinen die Schulen im Land jedenfalls nicht darauf eingestellt zu sein, wenn längere Zeit der Unterricht zwangsweise ausfällt. Anders die Schulen in Frankreich. Dort gibt es ein staatliches Zentrum für Fernunterricht. Dort gibt es virtuelle Klassenräume für alle Schulformen. Dort können sich Schüler den kompletten Unterricht abrufen und sich auch mit ihren Klassenlehrern verabreden.

Nicht nur der Umgang mit einem möglichen Unterrichtsausfall sorgt derzeit für Verunsicherung bei Lehrern und Eltern. Auch die Frage, ob geplante und bereits bezahlte Klassenfahrten oder Schüleraustausche stattfinden sollen und dürfen, ist unbeantwortet. Man werde Anfang der Woche dazu den Schulen eine aktualisierte Information zukommen lassen, sagte der Ministeriumssprecher. Bislang heißt es lediglich seitens des Ministeriums, dass Klassenfahrten in offiziell zu Risikengebieten erklärte Regionen abgesagt werden sollen. Laut dem für die Gesundheitsüberwachung zuständigen Robert-Koch-Institut (RKI) zählen innerhalb Europas derzeit hauptsächlich Norditalien und Südtirol als Risikogebiete.

Das könnte bedeuten, dass noch vor den Osterferien geplante Skifreizeiten etwa in Tirol abgesagt werden müssen. Unklar ist aber derzeit, was später im Schuljahr mit vorgesehenen Klassenfahrten nach Rom oder an den Gardasee ist.

Auch das Trierer Max-Planck-Gymnasium ist von Absagen für Klassenfahrten und Schüleraustauschen betroffen. Laut Mitteilung auf der Internetseite der Schule sind die für März geplanten Begegnungen mit Schülern aus Frankreich abgesagt. Grund sei, dass die französischen Schulbehörden vorerst jegliches Reisen von Schülern verboten hätten. Auch der für April geplante Schüleraustausch mit Japan sei seitens der japanischen Gastgeber abgesagt worden.