Weihbischof Stephan Ackermann im Wortlaut

Weihbischof Stephan Ackermann im Wortlaut

Stephan Ackermann, neuer Bischof von Trier, zeigt sich bewegt und dankbar, nachdem die Wahl des Domkapitels auf ihn gefallen ist.

Meine Damen und Herren,

Sie werden nicht überrascht sein, wenn ich Ihnen sage, dass ich in diesem Augenblick sehr bewegt bin. Ich bin bewegt von Dankbarkeit über das enorme Vertrauen, das mir unser Heiliger Vater, P. Benedikt XVI., entgegenbringt, indem er mich dem Trierer Domkapitel zur Wahl vorgeschlagen und mich nun zum Bischof von Trier ernannt hat. Ich bin ebenso bewegt von Dankbarkeit über das große Zutrauen, das die Mitbrüder des Domkapitels in mich setzen, indem sie mich gewählt haben. - Dankbarkeit für das geschenkte Vertrauen, das ist das Erste, was ich an dieser Stelle zum Ausdruck bringen möchte.

In diese Dankbarkeit mischt sich freilich ein gewisses Erschrecken. Auch in diesem Sinn bin ich bewegt. Das will ich ehrlich gestehen, wenngleich ich nun schon ein paar Tage Zeit hatte, um mich mit der Entscheidung vertraut zu machen. Sie mutet mir viel zu, mir wird auch sehr bewusst, welche Last mir auf die Schultern gelegt wird. Die Herausforderung ist groß, das Amt des Diözesanbischofs von Trier zu übernehmen, die damit verbundene Verantwortung ebenso. Freilich, in den knapp drei Jahren, in denen ich nun als Weihbischof tätig bin, war ich schon an der Leitung des Bistums beteiligt, habe vieles kennen gelernt und weiß um die Herausforderungen, vor denen die Kirche, nicht nur im Bistum Trier, in unseren Tagen steht. Zusammen mit Bischof Reinhard haben wir einen guten und zukunftsfähigen Weg begonnen, den ich mit allen, die mich in der Leitung des Bistums unterstützen, gerne weitergehen will -auf meine Weise und mit meinen Ideen und Möglichkeiten. Denn als Weihbischof war es eben doch nur eine Teilverantwortung, die ich zu tragen hatte. Das wird sich nun ändern, und das lässt mich durchaus innerlich beben. Darüber hinaus ist uns hier in Trier als dem ältesten deutschen Bistum ja immer auch der Blick auf unsere Geschichte wichtig. Auf sie sind wir zu Recht stolz. Ich empfinde im Moment allerdings eher den Anspruch, der in der langen Geschichte dieses Bistums steckt und vor dem ich mir ganz klein vorkomme. Andererseits bedeutet die lange Reihe der Bischöfe natürlich auch eine Entlastung: Ich bin nicht der erste und nicht der zweite Bischof von Trier, sondern der 102. Bischof nach dem hl. Eucharius, dem Gründerbischof. Das relativiert und entlastet.

Als ich in den vergangenen Tagen vor meinem Haus ein wenig die Frühlingssonne genossen habe, fiel mein Blick auf den Dom, den man aus meinem Garten von

seiner ganzen nördlichen Breitseite her sehen kann. Da schoss mir durch den Kopf: “Da schaust Du Deine künftige Kathedrale an, und die bleibt völlig unbeeindruckt. Die steht seelenruhig da wie gestern und vorgestern und wie schon durch Jahrhunderte hindurch.„ Auch das hat sehr beruhigend auf mich gewirkt.

Doch all das sind ja nur kleine Fingerzeige für das eigentlich Mutmachende: dass wir in der Kirche nicht nur unsere eigenen Kräfte zusammenzählen müssen, sondern mit der Kraft Jesu Christi rechnen dürfen, die in der Kirche und in der Welt am Werk ist. Er ist der Herr der Kirche, er ist die Mitte unseres Lebens. Seine Botschaft will ich froh und zuversichtlich verkünden und von daher voller Vertrauen und Mut auf meinen neuen Dienst als Diözesanbischof zugehen.