Weinbergschnecke bekommt Konkurrenz aus dem Süden

Weinbergschnecke bekommt Konkurrenz aus dem Süden

Die Weinbergschnecken in Rheinland-Pfalz bekommen Konkurrenz von der Verwandtschaft aus Südeuropa. Im Moseltal sei die zugewanderte Gefleckte Weinbergschnecke bereits in der Vergangenheit ab und an gefunden worden, sagte Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum in Mainz am Mittwoch. „Jetzt aber rollt sie Rheinland-Pfalz vom Süden kommend in breiter Front auf.“

(dpa/lrs) Ein möglicher Wettbewerbsvorteil: Die Gefleckte Weinbergschnecke, wissenschaftlich „Cornu aspersum“, ist kleiner und wendiger als die behäbige einheimische Weinbergschnecke „Helix pomatia“ und sehr anpassungsfähig. Während die hiesige Schnecke bis zu fünf Zentimeter groß werden kann, misst die gefleckte Südländerin meist nur etwa drei Zentimeter. Zu erkennen ist der Neuankömmling an Färbung und Musterung des Gehäuses: Neben mehreren dunklen Längsbändern hat die Schnecke gelbliche Zickzack-Streifen. Ursprünglich im westlichen Mittelmeergebiet beheimatet sei sie insbesondere durch die französische Kolonialmacht als Fastenspeise über große Gebiete der Welt ausgebreitet worden, erklärte Renker. Inzwischen hat sie sich auch in Südamerika, Kalifornien, Australien und Neuseeland sowie in Südafrika angesiedelt. Bereits 2007 sei die Gefleckte Weinbergschnecke in der Vorderpfalz und am Haardtrand flächendeckend verbreitet gewesen, sagte der Experte. „2008 waren erste Vorposten in Rheinhessen zu beobachten.“ Inzwischen gebe es mehrere Fundmeldungen aus dem Mainzer Raum. Für Gartenbesitzer hat Renker einen schwachen Trost parat: „Die Tiere mögen zwar auch Gurken und frischen Salat, sind aber deutlich weniger verfressen als die Spanische Wegschnecke, die uns seit Anfang der 1980er Jahre die Gartenarbeit erschwert.“

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