Weinlese: Viel Klasse, wenig Masse

Weinlese: Viel Klasse, wenig Masse

Die Weinlese an Mosel, Saar und Ruwer ist in vollem Gange. Der größte Teil der frühen Rebsorten ist gelesen, mit dem Erntebeginn der Hauptrebsorte Riesling wird kommende Woche gerechnet. Erstes Fazit: Die Qualitäten sind sehr gut, die Erntemengen aber geringer als erwartet.

(sim) An der Mosel ist derzeit etwa ein Viertel der rund 9000 Hektar Rebfläche gelesen. Die Moste der frühreifenden Rebsorte Müller-Thurgau und der Rotweinsorte Dornfelder sowie große Teile des Elblings gären bereits in den Winzerkellern.

Mit 58 Prozent der Rebfläche ist der Riesling die wichtigste Rebsorte der Mosel. Mit der Rieslinglese wollen viele Winzer in der kommenden Woche beginnen - etwas früher als geplant, weil wegen der derzeit feuchtwarmen Witterung mit Fäulnis gerechnet werden muss. Wolfram Börker, Weinbauberater beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel: "Die Rieslingtrauben sind bereits sehr reif, in den Steillagen der Mosel werden die Winzer Spitzenqualitäten, das heißt Spät- und Auslesen ernten." Allerdings könnte eine längere Regenperiode die Lese beschleunigen und die Winzer dazu zwingen, bereits frühzeitig faule Trauben vor der Hauptlese auszulesen.

Die bisher geernteten Trauben der Rebsorte Müller-Thurgau weisen Zuckergehalte zwischen 70 und 85 Grad Oechsle auf und liegen damit deutlich über dem Durchschnitt vergangener Jahre. Ähnlich erfreulich ist die Situation bei den Rotweinsorten Dornfelder und Spätburgunder. Unterdurchschnittlich ist allerdings die Erntemenge.

Unterdessen appelliert der Weinbaupräsident der Mosel, Rolf Haxel, an die Winzer, die ihren Wein als Fassware an Kellereien verkaufen, ihren 2009er Weinmost nicht unter Wert abzugeben. Haxel: "Die Winzer sollten sich gerade in diesem Jahr nicht mit Dumpingpreisen zufriedengeben. Sie müssen jetzt im Herbst sehr besonnen reagieren." An die Kellereien gerichtet, meint Haxel: "Die Moselwinzer jetzt mit Preisen abspeisen zu wollen, die noch unterhalb dener liegen, die in der Pfalz und Rheinhessen gezahlt werden, wäre ein Skandal."
Bislang wurden an der Mosel nur sehr geringe Mengen 2009er Weinmoste gehandelt, gezahlt wurden 50 Cent pro Liter.