Welche Auswirkungen hat Zusammenschluss von RWE und Eon in der Region Trier?

Energie : Diese Auswirkungen hat der Zusammenschluss von RWE und Eon in der Region Trier

Lange Zeit waren sie Konkurrenten, nun dürfen sie zusammenarbeiten. Die EU-Kommission hat zugestimmt, dass die Energieriesen RWE und Eon ihre Märkte neu ordnen und kooperieren. So wirkt sich das auf die Region aus.

RWE wird künftig zum Produzenten und Großhändler von Strom. Eon wird für den Transport und Verkauf von Strom und Gas zuständig sein. Doch was bedeutet dieser Zusammenschluss für die Kunden und den regionalen Strommarkt?

Die EU-Kommission geht nicht davon aus, dass es zu höheren Preisen kommen wird. Welche Auswirkungen es für die über 1000 Mitarbeiter von RWE in der Region hat, ist noch nicht ganz klar. Sie sind überwiegend bei der RWE-Tochter Westnetz beschäftigt. Allerdings gehen die vom Essener Konzern betriebenen Strom- und Gasnetze an Eon.

„Uns ist derzeit nichts bekannt, dass es durch den RWE- und Eon-Zusammenschluss in Rheinland-Pfalz zu Arbeitsplatzverlusten kommen könnte“, sagt Dennis Dacke, Sprecher der Gewerkschaft Verdi Rheinland-Pfalz. Der Tarifvertrag sehe eine Beschäftigungssicherung bis mindestens 2024 vor, betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen. Die Standorte von Westnetz und auch der RWE-Tochter Innogy seien „zukunftsfähig, nachhaltig und sicher aufgestellt“.

RWE ist über ein Geflecht von Tochterfirmen an über 100 Stadtwerken in Deutschland beteiligt – darunter auch die Trierer Stadtwerke (SWT). Auch die Landkreise in der Region sind in unterschiedlicher Größe Anteilseigner an RWE. Sie besitzen Aktien und sind damit an den Gewinnen, aber auch den Verlusten beteiligt. Es würden derzeit Gespräche geführt mit den Gesellschaftern der Stadtwerke zu eventuellen Auswirkungen des Stromdeals zwischen RWE und Eon, sagte ein Sprecher der Stadt Trier.

Der Trierer Stadtrat hatte im vergangenen Jahr  beschlossen, die Stadt solle prüfen, ob der Rückkauf des 19-prozentigen RWE-Anteils durch die SWT Sinn mache und wie sich die Stadtwerke danach aufstellen könnten. Die Stadt stehe „jederzeit für Gespräche mit dem Eon-Konzern zur Stadtwerkebeteiligung zur Verfügung und wird aktiv auf das Unternehmen zugehen“, heißt es aus dem Trierer Rathaus. Würde sich Trier für die Rekommunalisierung der SWT entscheiden, würden die gesamten Gewinne der Stadtwerke in Trier bleiben, auch der bislang an den Essener Konzern abgeführte Teil.

Auch andere Kommunen überlegen, nachdem bekannt wurde, dass RWE und Eon zusammenarbeiten wollen, sich von den Beteiligungen an dem Energiekonzern zu trennen. Allerdings hat die RWE-Aktie mittlerweile einen kräftigen Sprung gemacht und das bedeutet, dass die Kommunen wieder mehr verdienen durch die Anteile. Daher rechnet man zum Beispiel in der Vulkaneifel mit einer satten Dividende für dieses Jahr. Der Kreis besitzt 242 920 RWE-Aktien. Auch im Kreis Bernkastel-Wittlich sieht man dem Zusammenschluss von RWE und Eon angesichts der Aktienentwicklung gelassen. Die 413 201 Anteile haben im vergangenen Jahr zu Einnahmen von 537 740 Euro geführt. Rund 773 000 Euro nahm der Eifelkreis Bitburg-Prüm, der 556 136 RWE-Aktien besitzt, im vergangenen Jahr auf diesem Weg ein. Der Kreis habe nicht vor, seine Beteiligung zu verkaufen, teilte ein Sprecher der Kreisverwaltung mit. Der Kreis Trier-Saarburg hält 297 210 Aktien.

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