Wenn Schulstunde ausfällt, gibt es meist keinen Ersatzunterricht.

Kein Ersatzunterricht : Schüler müssen sich oft selbst beschäftigen

Wenn eine Schulstunde ausfällt, gibt es meist keinen Ersatzunterricht. Vor allem Grundschulen sind betroffen.

An den weiterführenden Schulen im Land gibt es so gut wie keinen Unterrichtsausfall. Das geht aus einer Antwort der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion hervor. „Eine kontinuierliche und gute Unterrichtsversorgung ist die Voraussetzung dafür, dass an den Schulen der Unterricht planmäßig erteilt werden kann“, sagt die Ministerin.

Die CDU wirft ihr allerdings vor, die Statistik mit „Rechentricks“ zu beschönigen. In Wirklichkeit falle deutlich mehr Unterricht aus, als Hubig vorgebe.  Der Großteil des ausfallenden Unterrichts werde nicht durch anderen Unterricht ersetzt. Im Wesentlichen würden Klassen zusammengelegt oder Schüler im Klassenraum sich selbst überlassen. Diese Stunden zählten dann aber aus Sicht des Ministeriums als adäquat gegebener Unterricht, kritisiert die CDU. Aus der Antwort geht hervor, dass im Schuljahr 2017/18 an Gymnasien im Land rund 33 Prozent der ausgefallenen Stunden durch sogenanntes selbstbestimmtes Lernen ausgeglichen wurden. Das bedeutet: Die Schüler sollen sich während der Stunde selbst beschäftigen, ohne dass ein Lehrer in der Klasse ist. Über 50 Prozent des ausfallenden Unterrichts an den Schulen im Land wird durch „Umorganisation“ ausgeglichen. Dabei werden Klassen zusammengelegt. An Grundschulen beträgt der Anteil  71 Prozent.

Auch in der Region sind die Zahlen ähnlich, wie aus der Antwort auf die CDU-Anfrage hervorgeht. Im Schnitt fallen weniger als zehn Prozent der Unterrichtsstunden aus, an den Gymnasien ist der Anteil deutlich geringer als etwa an Grundschulen oder an Förderschulen.

An fast allen Grundschulen liegt der Anteil der durch Umorganisation regulierten Ausfallstunden bei über 80 Prozent, an Förderschulen zum Teil noch höher.

An Gymnasien und Gesamtschulen in der Region werden die meisten der ausgefallenen Stunden durch selbstbestimmtes Lernen oder durch das Einspringen von anderen Lehrern ausgeglichen. Diese Mehrarbeit werde allerdings nicht bezahlt, kritisiert die CDU. Auffallend in der von Hubig vorgelegten Statistik ist, dass in nur wenigen Fällen  bei Unterrichtsausfall eigens eingestellte Vertretungslehrer eingesetzt werden. Landesweit ist das in gerade mal bei elf Prozent der ausgefallenen Stunden der Fall. In der Region wird davon hauptsächlich in den Grundschulen Gebrauch gemacht. Die CDU fordert, dass die Schulen mit mehr Lehrkräften ausgestattet werden, „damit der Fachunterricht überall zu 100 Prozent erteilt werden kann“.

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