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Wie die Corona-Impfungen anlaufen sollen: - Die 10 wichtigsten Fragen&Antworten

Pandemie : Wie die Corona-Impfungen anlaufen sollen - Die 10 wichtigsten Fragen & Antworten

Eine Lösung für die Corona-Krise rückt näher. Bis eine ausreichende Zahl von Menschen geschützt sind, dauert es aber noch.

Es geht um eine beispiellose Großoperation und die Hoffnung auf die entscheidende Waffe gegen die Pandemie: Deutschland wappnet sich für den Start von Impfungen gegen das Coronavirus, die wahrscheinlich kurz nach dem Jahreswechsel anlaufen sollen. Heikel ist vor allem die Anfangsphase, wenn sich wohl viel mehr Menschen impfen lassen möchten, als Impfstoff da ist. Auf einen Schlag ändert sich die angespannte Lage damit also nicht.

Wie schnell geht‘s los?

Wann die erste Spritze gesetzt werden kann, steht noch nicht fest. Bund und Länder peilen an, mit wichtigen Vorbereitungen bis Mitte Dezember startklar zu sein – auch, wenn es dann doch noch ein paar Wochen länger dauern sollte. Massenimpfungen sind ohnehin nicht gleich möglich, weil zuerst nur begrenzte Impfstoffmengen zu erwarten sind. Im ersten Quartal 2021 könne Deutschland von den Herstellern Biontech/Pfizer und Moderna wohl zusammen sieben Millionen Dosen erwarten. Vorgesehen sind aber auch zwei Impfungen in bestimmtem Abstand. Im dritten Quartal – also zum Sommer – könnten dann deutlich größere Mengen verfügbar sein.

Wer besorgt den Impfstoff?

Zentral Impfstoff für Deutschland beschaffen will der Bund. Über einen EU-weiten Schlüssel und nationale Vereinbarungen sind bisher rund 300 Millionen Dosen gesichert. Der Bund bezahlt das auch, im Etat 2021 sind vorerst 2,7 Milliarden Euro dafür reserviert. Verteilt werden sollen Impfstoffe über knapp 30 Anlieferstellen der Länder, von dort dann weiter in regionale Impfzentren, für die gerade Hallen, Stadien und Hotels hergerichtet werden. Das hat praktische Gründe: Einige Impfstoffe müssen bei minus 70 Grad gekühlt werden, was nicht in jeder Praxis und Apotheke geht.

Wer soll zuerst drankommen?

In den Zentren soll ein Vorrang bestimmter Gruppen beim Impfen klarer durchzusetzen sein als an den Empfangstresen von Arztpraxen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte – zumal bei emotionalen Reaktionen, wenn jemand abgewiesen wird. Die Reihenfolge will Spahn per Verordnung festlegen, die Richtung zeichnet sich schon ab. Nach einem Rahmen, den der Bundestag in einem Gesetz abgesteckt hat, legte die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) einen Entwurf für eine genauere Empfehlung vor. Länder und Experten können dazu noch Stellung nehmen. Als erste sollten demnach Ältere über 80, Pflegeheimbewohner und Personal mit höchstem Infektionsrisiko in Kliniken und Altenheimen zum Zug kommen, rund 8,6 Millionen Menschen.

Wo kann man sich impfen lassen?

In den Ländern werden Zentren eingerichtet, die Impfungen in einer Region für die ersten Monate bündeln sollen.  An Zentren angedockt werden sollen mobile Teams, die etwa in Altenheime gehen. Dabei kann sich Spahn pragmatische Lösungen vorstellen: Wenn ein Team mal vor Ort ist, könnten doch auch gleich alle Bewohner auf Wunsch geimpft werden, selbst wenn ihre Altersgruppe formal noch nicht dran ist.

Wo gibt es Impfzentren in der Region Trier?

In der Region wird es Impfzentren in Bitburg, Wittlich, Hillesheim und Trier geben. Landesweit soll es 31 Impfzentren geben.

Wie sollen Impfungen ablaufen?

Für Impfzentren gibt es jeweils eigene Konzepte, die von der An- und Abfahrt bis zur Gestaltung der Räume reichen. Um Warteschlangen und Gedrängel zu vermeiden, sollen Termine generell vorab online oder per Telefon gebucht werden können. In Rheinland-Pfalz soll die Terminvergabe zentral über ein Call-Center erfolgen. Ohne Termin darf keiner zu einem Impfzentrum kommen.

Wie werden Bewohner von Pflegeheimen oder immobile Personen geimpft?

Laut rheinland-pfälzischem Gesundheitsministerium soll es mobile Impfteams geben, die unter anderem in Pflegeeinrichtungen fahren.

Was kostet die Impfung?

Die Impfung samt Beratung soll für alle Bürger kostenlos sein. In der ersten Phase mit noch relativ wenig verfügbaren Dosen muss man aber – nach dann geltender Impf-Reihenfolge - seine „Anspruchsberechtigung“ nachweisen. Beim Alter soll das einfach mit Personalausweis oder Pass gehen, wie ein Verordnungsentwurf des Bundes vorsieht. Bei Personal im Gesundheitswesen, in der Pflege und der „kritischen Infrastruktur“ wie der Polizei sollen es Arbeitgeber-Bescheinigungen tun. Wenn Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen an die Reihe kommen, sollen sie ein ärztliches Attest vorlegen müssen.

Wie kommen Hausärzte beim Impfen ins Spiel?

Nach dem Start in zentralen Einrichtungen sollen die Corona-Impfungen dezentral weitergehen – wie es Praxen gerade auch wieder mit mehr als 20 Millionen Grippeimpfungen tun. Wann umgeschaltet werden kann, ist offen, vielleicht im Sommer. Voraussetzung sind mehr Impfstoffe für den Masseneinsatz, die normal in Apotheken und Praxen zu lagern sind. Wie sich die Impfbereitschaft nach ersten Eindrücken entwickelt, muss sich dann zeigen. Es geht um ein Impfangebot, keine Impfpflicht. Spahn hat im Bundestag sein Wort darauf gegeben.

Wie schnell können Impfungen die Pandemie stoppen?

Mit Prognosen halten sich Politik und Experten zurück. Inmitten andauernder Corona-Beschränkungen sind nahende Impfungen aber „Licht am Ende des Tunnels“, wie Merkel sagte.  „Eine Sache von wenigen Monaten wird das allerdings nicht, seien wir da ganz realistisch.“ RKI-Präsident Lothar Wieler nannte Impfungen den „entscheidenden Game-Changer“, der den Pandemie-Verlauf um Jahre verkürzen könne – Deutschland alleine reiche da aber nicht.

(dpa)