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Wie geht es mit den Corona-Beschränkungen weiter?

Pandemie : Leichter Hoffnungsschimmer, aber wohl keine Lockerungen

Womöglich ist es eine Trendwende, vielleicht sind die Auswirkungen des Lockdowns doch langsam zu spüren. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche geht in der Stadt Trier seit Tagen deutlich runter.

Gestern lag die sogenannte Inzidenz mit rund 60 gar nicht mehr so weit weg von dem Wert, ab dem die Corona-Warnampel von Rot auf Orange springt. Bis 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in einer Woche, so heißt es, seien für die Gesundheitsämter gerade noch handelbar, was die Nachverfolgung der Kontakte von positiv auf Sars-Cov2-Getestete angeht. Der Chef des Trierer Gesundheitsamtes, Harald Michels, zeigte sich diese Woche vorsichtig optimistisch, dass die Zahl der Neuinfektionen zurückgehe. Auch in Trier-Saarburg liegt die Inzidenz seit Tagen deutlich unter 100.

Auf Landesebene lässt sich diese Trendwende noch nicht wirklich erkennen. 1146 Neuinfektionen innerhalb eines Tages meldete das Landesuntersuchungsamt am Freitagmittag. Die Zahl der an dem Virus Gestorbenen ist gestern um vier auf insgesamt 356 gestiegen. Auf ganz Rheinland-Pfalz betrachtet liegt die Inzidenz laut Landesuntersuchungsamt bei 137,5.

Ziel des sogenannten Wellenbrecher-Lockdowns im November war es, den Anstieg der Neuinfektionen zu bremsen und wieder auf Fallzahlen von unter 50 auf 100 000 Einwohner in einer Woche zu kommen. Davon ist man nicht nur in Rheinland-Pfalz noch weit entfernt. Daher ist klar, dass es bei den Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am Montag nicht um Lockerungen gehen dürfte. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) machte am Donnerstagabend im ZDF aber auch klar, dass man vorerst nicht über Verschärfungen reden wollte. Wenn man am Montag zu dem Ergebnis komme, dass man noch nichts Aussichtsvolles sagen könne, dann treffe man sich ein paar Tage später wieder, sagte Dreyer. Sie wiederholte das Ziel, dass die Schulen offen bleiben sollen. Ob das Thema Schulen aber am Montag auf der Tagesordnung stehen wird, ist unklar.

Doch der Druck wächst. Nach Lehrergewerkschaften und -verbänden fordern nun auch die Schüler, den Normalbetrieb an den Schulen einzuschränken. Die Schüler sorgten sich um ihre Gesundheit und die ihrer Verwandten, heißt es in einer Mitteilung der Landesschülervertretung (LSV). Zwar sollten weiterhin vollständige Schulschließungen vermieden werden. Die LSV schlägt vor, auf das „erprobte Konzept des hybriden Schulbetriebs in A- und B-Gruppen“ zurückzugreifen. Nach Angaben der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier ist die Zahl der infizierten Schüler landesweit gestern von 939 auf 1001 und die der Lehrer von 124 auf 132 gestiegen. 492 Schulen im Land seien von Infektionsfällen betroffen, vier (darunter eine in der Region) waren gestern komplett geschlossen.

Auch die Gastronomie erwartet von den Beratungen am Montag klare Signale, wie es nach dem Lockdown weitergeht. „Ich fordere die Bundeskanzlerin auf, rechtzeitig vor Weihnachten die Hotellerie und Gastronomie wieder aufzumachen und das schon am Montag anzukündigen“, sagte der Präsident des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Gereon Haumann. Es gebe schon jetzt Anzeichen dafür, dass der Teil-Lockdown über den 30. November hinaus verlängert werde, sagte Haumann. Die Branche brauche aber dringend eine klare Ansage, wann sie wieder öffnen dürfe. Es sei „für alle Beteiligten besser, jetzt eine grausige Wahrheit zu kommunizieren, als uns von 14-Tages-Rhythmus zu 14-Tages-Rhythmus zu vertrösten“, sagte Haumann. Er fordert, die  Hotellerie und Gastronomie  spätestens am 18. Dezember wieder zu öffnen.