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Wie geht es nach HNA-Pleite am Flughafen Hahn weiter?

Flugverkehr : Wie geht es nach HNA-Pleite am Hahn weiter? China versucht, das Land zu beruhigen

Die Probleme des Betreibers HNA sollen angeblich keine Auswirkungen für den Hunsrück-Airport haben. Die Opposition fordert mehr Klarheit von der Landesregierung und denkt an Konsequenzen.

Nach der Pleite des Hahn-Eigentümers HNA und Sorgen um Tausende Arbeitsplätze in der Region beruhigt die Volksrepublik China das Land Rheinland-Pfalz. Es handele sich bei der HNA nicht um eine Insolvenz, sondern um eine Restrukturierung, sagte Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) in Mainz und berief sich auf Aussagen des chinesischen Generalkonsuls Sun Congbin in Frankfurt. Die angekündigte Neuausrichtung werde danach keine Auswirkungen auf den Betrieb des Flughafens Frankfurt-Hahn haben, heiße es im Antwortschreiben auf eine Anfrage, die das Innenministerium gestellt habe.

Der Opposition im Mainzer Landtag fordert mehr Klarheit. CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf will laut eigener Aussage eine Sondersitzung des Innen- und Wirtschaftsausschusses im Landtag beantragen. Er kündigte für diese Woche auch eine Hunsrück-Konferenz mit Vertretern der regionalen Wirtschaft und der Politik an.

Baldauf warf SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor, bei einem zunächst geplatzten Hahn-Deal 2016 auf halbseidene Geschäftsleute hereingefallen zu sein und den Airport dann 2017 im Schlussverkauf an die HNA-Gruppe abgegeben zu haben, die sich mit ihrer weltweiten Verkaufstour übernommen habe. „Nun befindet sich der Regionalflughafen, an dem Tausende Jobs hängen, mehr oder minder in den Händen der chinesischen KP“, wetterte der Pfälzer.

AfD-Parlamentarier Jan Bollinger forderte von der Landesregierung, alternative Szenarien für die Region rund um den Hahn vorzubereiten. „Sollte es nun zu Problemen zum Fortbestand des Hahns kommen, ist ein Untersuchungsausschuss unvermeidbar“, sagte er.