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Wie ist die Entwicklung der Corona-Zahlen in Trier und Umgebung?

Pandemie : Wie wird sich die Corona-Lage in der Region entwickeln?

Seit Tagen ist die Corona-Lage in der Region vergleichsweise entspannt. Bis auf die Vulkaneifel lagen am Sonntag alle Landkreise und die Stadt Trier unter einer Inzidenz von 50. Bleibt das so? Verschiedene Modelle sehen einen erneuten Anstieg der Fallzahlen – und das selbst ohne Lockerungen.

Von heute an sind wieder alle Geschäfte in Rheinland-Pfalz geöffnet. Auch dürfen sich wieder mehr Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Bund und Länder haben sich vergangene Woche darauf verständigt, dass überall dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz stabil, also drei Tage in Folge, unter 50 liegt, Geschäfte öffnen dürfen.

Wenn die Zahl der Neuinfektionen auf 100000 Einwohner in sieben Tagen auf unter 35 sinkt, sind weitere Lockerungen möglich.

Seit über eine Woche unterschreitet die Inzidenz in Rheinland-Pfalz täglich den Grenzwert von 50. Allerdings bewegt er sich auch nicht deutlich nach unten, er pendelt zwischen 43 und 47. In der Region liegen die Stadt Trier und alle Landkreise außer die Vulkaneifel unter einer Inzidenz von 30. In der Vulkaneifel ist der Wert gestern wieder über 50 geklettert.

Die Inzidenz für das Land und die einzelnen Kreise und Städte werden vom Landesuntersuchungsamt (Lua) errechnet. Alle 24 Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz melden jeden Tag alle COVID-Fälle ans Lua. Die Sieben-Tage-Inzidenz errechnet sich aus der Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage sowie der Einwohnerzahl der Stadt oder des Kreises. Die Zahl der Neuinfektionen wird addiert, den Wert teilt man durch die Einwohnerzahl einer Stadt oder eines Kreises und multipliziert das Ergebnis mit 100000.

Seit Wochen wird von Wissenschaftlern und auch von Politikern wie dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach vor einer dritten Welle und einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen und damit auch der Inzidenz gewarnt. Lauterbach sieht durch die vergangene Woche beschlossenen Lockerungen die Chance auf ein Absinken der Inzidenz für gescheitert. Er geht davon aus, dass der Wert bis April bundesweit auf über 100 klettern wird. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, ab dieser Inzidenz eine „Notbremse“ einzulegen, mit regionalen Ausgangsbeschränkungen und erneuten Schließungen von Geschäften. Sollte der Wert bundesweit auf 100 steigen, könnte möglicherweise ein erneuter Lockdown drohen.

Auch Wissenschaftler der Uni Koblenz um den Mathematiker Thomas Götz haben errechnet, dass selbst ohne Lockerungen und bei der Fortführung des bisherigen Lockdowns die Inzidenz weiter steigen wird. Als Grund nennen sie die Ausbreitung der ansteckenderen britischen Virusmutation. In ihrer Simulation sind die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass diese Variante des Corona-Virus mittlerweile 40 Prozent der Fälle ausmacht und dass sie 50 Prozent ansteckender ist. Die Experten kommen zum Schluss, dass in absehbarer Zeit eine Inzidenz von 35 nicht erreicht werden kann. Allerdings haben sie dabei noch nicht die Auswirkungen der Impfungen berücksichtigt.

Auch der Covid-Simulator des Saarbrücker Pharmazieprofessors Thorsten Lehr, geht von einer deutlichen Steigerung der Fallzahlen in den nächsten Wochen aus. Auch in der Region. So sieht der Simulator etwa für den Vulkaneifelkreis bis Ostern eine Inzidenz von über 150. Allerdings gehen die Berechnungen davon aus, dass der aktuelle Wert bei über 80 liegt. In Trier-Saarburg würde demnach der Wert auf knapp 130 steigen. Allerdings geht der Simulator davon aus, dass momentan die Inzidenz in Trier-Saarburg bei 61,5 liegt und nicht wie tatsächlich bei 26.

Daher sind die Zahlen der mathematischen Simulationen mit Vorsicht zu betrachten, da sie momentane Entwicklungen nicht berücksichtigen.

Daher lohnt sich ein Blick in das Intensivregister, das angibt, wie viele Patienten aktuell auf Intensivstationen behandelt werden. Laut dem Register wurden am Sonntag in der Region vier Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt, zwei werden invasiv beatmet.