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Gesundheit
„Wir helfen weiter den Kindern“ - Trierer Förderverein hofft auf weitere Spenden

Das offizielle Logo des Fördervereins krebskranker Kinder.
Das offizielle Logo des Fördervereins krebskranker Kinder. FOTO: Förderverein
Trier. Der Förderverein für krebskranke Kinder hat die Lage auf der Krebsstation im Trierer Mutterhaus publik gemacht. Nun hofft er, dass er weiter Spenden bekommt. Von Bernd Wientjes

Eugen Schuh ist noch immer enttäuscht. Enttäuscht darüber, dass er erst vor ein paar Wochen erfahren hat, dass auf der Kinderkrebsstation des Trierer Mutterhauses seit Anfang des Jahres keine Kinder und Jugendlichen mehr stationär aufgenommen werden, die eine Chemotherapie benötigen (der TV berichtete mehrfach). Bis dahin habe es immer eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Station im Mutterhaus gegeben, sagt Schuh.

Er ist Vorsitzender des Fördervereins krebskranker Kinder. Der Verein unterstützt betroffene Eltern, Kinder und auch die Arbeit auf der Station A3 – etwa, indem er psychologische Betreuung oder auch Hausaufgabenbetreuung für die dort behandelten Kinder und Jugendlichen finanziert. Bis zu dem Tag vor nunmehr fast drei Wochen, als er vom Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin über den teilweisen Aufnahmestopp auf der Station informiert wurde, hat Schuh, wie er sagt, nichts davon gewusst. Zwar habe es seit langem Hinweise gegeben, dass die personelle Situation bei Pflegern und Ärzten auf der Kinderkrebsstation angespannt sei, vor allem, nachdem einige Pflegekräfte gekündigt hätten. Dass dies aber dazu geführt hat, dass bereits Anfang des Jahres krebskranke Kinder und Jugendliche, die eine Chemotherapie benötigen, nach Homburg in die dortige Uniklinik geschickt werden, das hätten er und sein Verein erst Anfang November erfahren.

Schuh entschließt sich daraufhin, mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit zu gehen. Er vermutet, dass es klinikinterne Gründe dafür gibt, dass mehrere Pfleger auf der Station gekündigt haben, und genauso, dass im kommenden Jahr zwei dort eingesetzte Ärzte die Klinik verlassen wollen.

Dass er mit dem offenen Brief eine Welle auslöst, die bis ins Gesundheitsministerium nach Mainz schwappt, hat Schuh nicht erwartet. Aber, so sagt er, damit sei das Problem an die Öffentlichkeit gekommen. Das Klinikum sah sich gezwungen, in einer Pressekonferenz seine Entscheidung zu verteidigen. Es sei eine „medizinische  Entscheidung“ gewesen, sagte der Medizinische Geschäftsführer Christian Sprenger. „Wir sorgen dafür, dass die Kinder bestmöglich behandelt werden.“

Schuh sieht darin auch die Erklärung dafür, dass Eltern sich nicht beschwert hätten, als sie mit ihren Kindern nach Homburg geschickt worden seien. Ob sie von den personellen Engpässen, die zur Entscheidung des Mutterhauses geführt hätten, gewusst haben, sei unklar. In einer Ausnahmesituation, wenn es um die Behandlung eines krebskranken Kindes gehe, hinterfragten Eltern nicht die Auskunft,  das Kind werde in Homburg bestmöglich behandelt, meint Schuh.

Für ihn und seine Mitstreiter bedeutet das nun einen höheren Aufwand. Sie wollen weiter krebskranke Kinder aus der Region und ihre Eltern unterstützen, auch wenn sie zunächst 100 Kilometer weiter entfernt behandelt würden. Dadurch kämen auf die Betroffenen selbst zusätzliche Belastungen zu, etwa durch weitere Fahrten. Schuh hofft, dass auf der Station A3 bald wieder Normalität einkehrt. Auch wenn noch immer unklar ist, wann das sein wird.

Man arbeite mit Hochdruck daran, im kommenden Jahr wieder vollständig aufnahmebereit zu sein, hat das Mutterhaus vergangene Woche erneut verlauten lassen. Aufgrund der „aktuellen personellen Engpässe in Trier“ gebe es Gespräche zwischen den Leitern der Kinderonkologie in Trier und der Uni-Klinik, „um eine gute zukünftige Kooperation auf diesem Gebiet für beide Kliniken sicherzustellen“, heißt es aus Homburg.