1000 Selbstanzeigen von Steuerbetrügern in der Region

1000 Selbstanzeigen von Steuerbetrügern in der Region

Ertappte, prominente Steuersünde, schärfere Gesetze und neue Abkommen sorgen bei Steuersündern für ein Umdenken. Sie wollen mit den Betrügereien aufräumen: In den vergangenen vier Jahren sind beim Finanzamt Trier 1000 Selbstanzeigen eingegangen.

Mit dem Ankauf erster Steuer-CD's setzte vor vier Jahren in Deutschland ein Trend zur Selbstanzeige ein. Steuerbetrüger können straffrei ausgehen, wenn sie rechtzeitig und vollständig ihre Steuervergehen beichten. Bis Ende 2013 haben sich so 460 Steuerbetrüger beim Finanzamt Trier erklärt. Doch in diesem Jahr ist ein richtiger Boom eingesetzt: Mit 540 Selbstanzeigen ist nun die Marke von 1000 Selbstanzeigen in der Region erreicht.
Der Chef des Finanzamts Trier, Jürgen Kentenich, sieht verschiedene Gründe für diese Entwicklung. "Ertappte Prominente wie Uli Hoeneß haben den Angstpegel weiter erhöht", sagt er dem TV. Daneben werden die Schlupflöcher für Steuerbetrüger nach und nach geschlossen. So haben OECD-Staaten den automatischen Informationsaustausch beschlossen, der von 2015 an greift.

Auch die ausländischen Banken, vornehmlich in der Schweiz und Luxemburg, stehen unter Druck. "Sie praktizieren eine neue Weißgeld-Strategie und stellen ihre ausländischen Kunden vor die Wahl, ihre Kapitalerträge ordentlich zu erklären oder die Geschäftsbeziehungen zu beenden", sagt Kentenich. Bei den Selbstanzeigen aus der Region spielt Luxemburg die dominante Rolle. Von den 1000 Selbstanzeigen fallen 664 auf Luxemburger Geldinstitute, und 353 auf Schweizer. Andere Länder betreffen 41 Fälle.

Triers Finanzamtschef Kentenich rechnet mit weiteren Fällen: "Steuersünder können sich kaum noch verstecken, das klassische Auslandskonto ist kein sicherer Hafen mehr für Schwarzgeld."