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12 700 Flaschen Moselwein  bei VDP-Auktion zu Spitzenpreisen versteigert

Wein : Fast 4000 Euro für eine Flasche Erdener Prälat von der Mosel

Es ist ein Geschäft, bei denen es für die Winzer von Mosel, Saar und Ruwer um viel Geld geht. Und trotzdem kommt die VDP-Prädikatsweinversteigerung so leicht und filigran daher wie ein Moselkabinett. Auch in Zeiten von Corona.

Die 133. Prädikatsweinversteigerung des Großen Rings in Trier hat den Weltruf der regionalen Rieslingweine bestätigt. Gut 11 900 Flaschen Prädikatswein und mehr als 700 Flaschen Große Gewächse kamen am Freitagnachmittag im Trierer Fourside Plaza Hotel unter den Hammer und erzielten dabei Spitzenpreise. Die Hygienebedingungen unter Corona ließen keine übliche Auktion zu, doch der VDP bereitete den rund 50 Gästen vor Ort inklusive der bietenden Kommissionäre ein anspruchsvolles Umfeld. Zudem konnte erstmals auch weltweit mitgesteigert werden. Eine Online-Liveübertragung machte es weiter möglich, dass Hunderte Interessierte die Versteigerung im Netz verfolgen konnten. Während Max von Kunow als Auktionator die Weine vorstellte und unter die Weinliebhaber brachte, gab Thomas Vatheuer im Netz den Zuschauern eine fachkundige Begleitung.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Versteigerung einer Benefiz-Kiste. 17 VDP-Winzer hatten edle Tropfen, Auslesen und Spätlesen, in die Holzkiste gelegt. Günther Jauch übernahm in seiner charmanten Art die Auktionator-Rolle und sorgte für einen satten Erfolg. Der Fernsehmoderator und Besitzer des Weinguts Von Othegraven in Kanzem schaffte es, den Einstiegspreis ordentlich nach oben zu pushen: Für 5000 Euro sicherte sich die Trierer wineBANK das Paket mit den 17 exklusiven VDP-Weinen. Darüber darf sich eine soziale Einrichtung in Trier freuen, denn der Erlös dieser Aktion geht an fidibus, das Zentrum für Familie.

Doch auch die Winzer konnten sich an diesem Nachmittag als Gewinner fühlen: Weine von Mosel, Saar und Ruwer haben viele Bewunderer in aller Welt, die bereit sind, für eine exquisite Flasche Wein viel Geld zu zahlen.

Einen hohen Preis erzielte beispielsweise eine 2019er Juffer Sonnenuhr, Auslese, lange Goldkapsel in der Doppelmagnum-Flasche (3 Liter) von Oliver Haag (Weingut Fritz Haag): Ein Bieter zahlte für diese einzelne, angebotene Flasche genau 3110 Euro – ein neuer Rekord für eine Auslese, lange Goldkapsel von der Mittelmosel.

Doch das war nicht einmal das höchste Gebot an diesem Nachmittag. 3820 Euro wert war einem Bieter die 3-Liter-Doppelmagnun-Flasche Erdener Prälat Réserve, Große Lage, von 2012.

Für den Vorsitzenden des Verbands der Prädikatsweingüter, Großer Ring Mosel, Dr. Carl Schubert, war die Begeisterung der Bieter keine Überraschung. In seiner Begrüßung attestierte er dem 2019er-Jahrgang, dass er so früh zugänglich und samtig und explosiv in seinen Aromen sei, wie kaum ein Jahrgang zuvor. „Die Weine die wir hier präsentieren, haben großes Potenzial und werden uns in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch große Freude bereiten.“

Solche Spitzengebote für einzelne Flaschen sind etwas fürs Renommee und lassen die Weinregion im besten Licht glänzen. Für die Winzer sind aber andere Lose weitaus wichtiger.

Max von Kunow hatte 1200 Flaschen 2019er-Scharzhofberger Kabinett (0,75 Liter) im ersten Los aufgeboten und erzielte pro Flasche 25 Euro. Dorothee Zilliken, Forstmeister Geltz Zilliken, Saarburg, stellte unter anderem 180 Flaschen (0,75 Liter) einer 2019er Saarburger Rausch Auslese vor und erzielte damit einen Preis von 66 Euro je Flasche. Für die 18 Flaschen Saarburger Rausch Eiswein Kabinett aus dem Jahr 1980, eine große Rarität, zahlten Liebhaber 350 Euro.

Egon Müller bot sowohl 600 Flaschen Schwarzhofberger, Alte Reben Kabinett 2019 und 600 Flaschen Scharzhofberger Spätlese 2019 an und erreichte Spitzenpreise: Für den Kabinett legten die Weinliebhaber 241 Euro je Flasche aus, für restsüße Kabinettweine 2019 ein absoluter Spitzenwert. Bei der Spätlese bot ein Weinliebhaber aus China kräftig mit, den Zuschlag erhielten mehrere Bieter bei 221 Euro pro Flasche.

Für die Bieter sind die aufgebotenen Preise nicht einmal das Ende ihres Einsatzes. Mehrwertsteuer und Provision für Kommissionäre und die Auktion kommen sogar noch oben drauf.