140 Jobs auf der Kippe

Neue Unruhe bei der Telekom: Das Unternehmen will mehrere Geschäftsbereiche zentralisierten und Standorte schließen. In Trier könnten nach TV-Informationen rund 140 Jobs gestrichen werden.

Trier/Bonn. Zwei Jahre nach der verhinderten Schließung des Callcenters bangen erneut Mitarbeiter der Trierer Telekom um ihre Jobs. Der Grund: Das Unternehmen strukturiert die beiden Bereiche Geschäftskunden-Service und -Vertrieb sowie IT neu.

Bis Ende 2012 sollen bundesweit neun moderne Vertriebs- und Service-Zentren sowie zusätzliche 28 Vertriebsbüros aufgebaut werden, teilte die Telekom gestern in Bonn mit. Zugleich sollen die IT-Teams in fünf Innovationszentren zusammengeführt werden.

"Getarntes Personalabbauprogramm"



Derzeit verteilen sich die Mitarbeiter des Geschäftskunden-Services und Mittelstandsvertriebs noch auf 140 Standorte. Einer dieser Standorte ist Trier. Nach Angaben des zuständigen Sprechers der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Manfred Tölkes, wurden in Trier rund 60 Telekom-Mitarbeiter über die beabsichtigte Standortschließung informiert. Zwar werde allen Betroffenen ein neuer Job angeboten, allerdings solle der künftige Arbeitsplatz Frankfurt sein. "Die wissen genau, dass die meisten Leute das nicht annehmen werden", sagt Tölkes. Für den Verdi-Sprecher ist daher klar: "Das ist ein getarntes Personalabbauprogramm."

Nach Informationen unserer Zeitung könnte Trier von den aktuellen Umbauplänen sogar noch stärker betroffen sein als bislang bekannt. Denn auch im Informationstechnik-Bereich sollen an der Mosel Stellen abgebaut und Richtung Bonn verlagert werden. Von bis zu 80 betroffenen Beschäftigten ist die Rede.

Die IT-Mitarbeiter verteilen sich derzeit auf 58 Büros mit weniger als zehn Mitarbeitern oder Einzelarbeitsplätze sowie 33 Außenstellen mit durchschnittlich 34 Beschäftigten.

Zu einer möglichen Stellenverlagerung im IT-Bereich wollte sich Verdi-Sprecher Manfred Tölkes auf TV-Anfrage nicht äußern. Allerdings räumte er ein: "Wir rechnen damit, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist." Gleichzeitig appellierte Tölkes an die regionalen Abgeordneten, Landräte und Bürgermeister, sich für den Trie rer Telekom-Standort mit seinen derzeit noch rund 600 Beschäftigten starkzumachen. Die Auseinandersetzung um das Trierer Callcenter habe gezeigt, "dass da etwas machbar ist".

Vor zwei Jahren war Protest erfolgreich



Das Callcenter mit seinen rund 130 Beschäftigten sollte vor zwei Jahren geschlossen werden. Nach starken Protesten von regionalen Politikern und Gewerkschaften rückte die Telekom von ihren ursprünglichen Planungen aber wieder ab.

Mit von der Partie bei den Schließungsgegnern war damals auch der Trierer CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster. Er sagte gestern dem TV, man habe damals parteiübergreifend etwas erreicht. Das ermutige. "Die Region darf von der Telekom nicht abgehängt werden. Wir haben hochqualifizierte Leute hier", sagt Kaster.