2019 waren im Schnitt 9400 Menschen auf Jobsuche in der Region Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Bilanz 2019 : Arbeitsagentur-Chef: Regionaler Arbeitsmarkt ist robust, stabil und krisenfest

Die Bilanz 2019 der Arbeitsagentur  fällt positiv aus. Warum es dennoch viel zu tun gibt, hat einen speziellen Grund: der Fachkräftemangel.

Wenn der Chef der Arbeitsagentur Trier, Heribert Wilhelmi, über den regionalen Arbeitsmarkt referiert, gehören Schlagworte wie „robust“, „stabil“ und „wenig krisenanfällig“ zum festen Vokabular. Nicht anders ist das bei der Bilanz 2019. Der Agenturchef konnte diesmal zwar keine Rekordwerte verkaufen, hatte aber doch viele gute Nachrichten. „Zu den Positivmeldungen gehört, dass sich die regionale Wirtschaft im vergangenen Jahr wieder äußerst robust zeigte. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt verzeichnen wir bislang noch keine konjunkturellen Auswirkungen von Brexit, Handelskrieg und globalen Krisen,“ so Heribert Wilhelmi.

Im Schnitt waren rund 9500 in der Region auf Jobsuche, den niedrigsten Wert gab es im Oktober mit etwa 9000 arbeitslosen Menschen, den höchsten im Januar 2019 mit 10 546. Damit setzt sich die positive Entwicklung seit 2009 fort. Nach der Bankenkrise 2008 stieg im Folgejahr die Arbeitslosenzahl auf 12 124 an und kam erst 2018 (9418) wieder im Schnitt unter die 10 000-Marke. Im vergangenen Jahr gab es nun zum Vorjahr einen leichten Anstieg.

Auf der anderen Seite gibt es viel zu tun: „Die Unternehmer suchen händeringend Fachkräfte. Unsere Aufgabe ist es, die Wirtschaft zu unterstützen und Menschen zu qualifizieren,“ so der Agenturchef.

Besonders erfreulich sei es dabei, dass im vergangenen Jahr auch langzeitarbeitslose Menschen stärker von der positiven Entwicklung profitiert hätten. „Im Schnitt waren 2200 Langzeitarbeitslose bei den Jobcentern und der Agentur für Arbeit gemeldet. Das waren sieben Prozent weniger als 2018,“ so Wilhelmi.

Dass es Unternehmen zunehmend schwerfällt, geeignete Kräfte zu finden, zeigt eine weitere Statistik. Stefanie Adam, operative Geschäftsführerin der Trierer Arbeitsagentur, erklärt: „Auch, wenn die Zahl der Stellenmeldungen in 2019 im Vergleich zu 2018 leicht rückläufig war, so befand sich die Fachkräftenachfrage mit mehr als 13 000 Jobangeboten (2018 = 14 121) weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Unternehmen der Region suchen teils händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern.“ Und die freien Stellen bleiben im Durchschnitt auch länger unterbesetzt. 2016 dauerte es vier Monate im Schnitt, bis eine freie Stelle besetzt werden konnte, 2019 waren dies schon sechs Monate.

Trotz aller schwierigen Rahmenbedingungen, der bevorstehende Brexit, die abkühlende Konjunktur und der Handelskonflikt mit den USA, ist Agenturchef Wilhelmi für die Region Trier optimistisch. „Die gesunde Mischung von mittelständischen Unternehmen macht die Region etwas krisenfester als andere Regionen“, findet er. Die Region könnte sogar Fachkräfte aus anderen Regionen gewinnen. Die Krise in der Automobilbranche im Saarland hat auch hier Auswirkungen. „In Trier-Saarburg haben sich einige Ford-Mitarbeiter arbeitslos gemeldet. Wir hoffen, dass wir sie schnell vermitteln können.“

Was die Arbeitsagentur 2020 zur Nachwuchs- und Fachkräftesicherung tut, lesen Sie am Montag auf volksfreund.de.