28500 IHK-Mitglieder wählen eine neue Vollversammlung

Kammerwahlen : 28 500 IHK-Unternehmen haben die Wahl

Die IHK-Unternehmen können bis zum 18. September ihre Vertreter für die neue Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer wählen. Zum ersten Mal darf dabei auch online abgestimmt werden. 71 Kandidaten bewerben sich für die 43 Plätze.

Die Wahlen für das IHK-Parlament stehen bis Mitte September an. Die Unternehmen aus Industrie, Handel, der Dienstleistungsbranche und dem Hotel- und Gaststättengewerbe wählen turnusgeäß alle fünf Jahre ihre Vertreter. Insgesamt bewerben sich 71 Firmenchefs für das Gremium. Die 43 neu gewählten Vollversammlungsmitglieder werden ab Dezember für fünf Jahre den wirtschaftspolitischen Kurs der IHK mitbestimmen und die Leitlinien der IHK-Arbeit vorgeben. Aus ihrer Mitte werden das Präsidium sowie die Präsidentin oder der Präsident gewählt. Das Engagement ist ehrenamtlich. Für die 1855 gegründete Kammer wird dann der 18. Präsident sein Amt antreten oder die erste Präsidentin.

Die Vollversammlung legt die Leitlinien für Kammerarbeit vor und bestimmt den wirtschaftspolitischen Kurs der IHK. Peter Adrian geht nach zwei Amtszeiten als Präsident wieder ins Rennen. Kürzlich sagte er im TV-Interview: „Ich bewerbe mich erneut für einen Sitz in der Vollversammlung und hoffe, dass ich gewählt werde. Ich würde auch gerne wieder im Präsidium mitarbeiten. Das entscheidet aber die noch zu wählende Vollversammlung.“

Aus dem jetzigen Präsidum treten auch die Vizepräsidenten Karin Kaltenkirchen (Modehaus Marx), Birgit Steil (Steil Kranarbeiten), Andrea Weber (Hotel Deutscher Hof) und Ulrich Rust (Gerolsteiner Brunnen) an. Hanns Rendenbach, langjähriges Vollversammlungsmitglied und Vizepräsident, kandidiert nicht mehr.

Für Rendenbach ist damit nach drei Jahrzenten Schluss in der Vollversammlung. „Nach dreißig Jahren ist es Zeit, jüngeren Leuten Platz zu machen, die sich mit neuen Ideen in der Vollversamlung engagieren.“ Für ihn persönlich seien die vielen Jahre in dem Gremium eine große Bereicherung gewesen. „Sich für die Wirtschaft zu engagieren und die Herausforderungen anzugehen, war für mich immer eine wunderbare Aufgabe“, wirbt Hanns Rendenbach für das Ehrenamt.

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer gibt die Leitlinien für die Kammerarbeit vor und bestimmt den wirtschaftlichen Kurs der Kammer. Foto: IHK/IHK, Ursula Bartz

Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der IHK: „Die Zusammensetzung der Vollversammlung ist ein Spiegelbild unserer regionalen Wirtschaft. Und die verteilt sich auf acht Branchen in fünf Regionen.“ Die neun Wahlgruppen sind zudem teilweise regional gesplittet, so dass die Bereiche entsprechend ihrer Stärke zum Zuge kommen.

Mit 14 Vertretern stellt die Industrie (21 Bewerber) die stärkste Gruppe in der Vollversammlung, fünf Plätze sind Kandidaten aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich vorbehalten, drei Industrievertretern aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm, und je zwei Unternehmern aus Trier-Saarburg, dem Vulkaneifelkreis und der Stadt Trier. Der Einzelhandel stellt insgesamt sieben Vollversammlungsmitglieder, die meisten, zwei, kommen aus der Stadt Trier, die anderen Regionen entsenden je ein Mitglied.

In den anderen Wahlgruppen gibt es keine regionale Auswahl. Immer stärker entwickelt sich hier der Bereich der Dienstleistungsunternehmen, der inzwischen schon zehn Vertreter ins Gremium entsendet (siehe Grafik). In diesem Bereich treten mit 15 Bewerbern auch die zweitmeisten Kandidaten an.

Insgesamt zeigt sich bei der Neuwahl eine hohe Kontinuität. 35 der jetzt noch 42 Vollversammlungsmitglieder bewerben sich erneut. Das „IHK-Parlament“ wird um eine Position erweitert. Der Bereich Energie erhält einen zusätzlichen Sitz. Hier macht sich bemerkbar, dass viele Biogasproduzenten und ­Solarbetreiber IHK-Mitglieder sind. Interessant: Die drei Kandidaten hier sind Arndt Müller, Geschäftsführer Stadtwerke Trier, Jürgen Stoffel, Leiter Regionalzentrum Trier bei Westnetz, und Bauernpräsident Michael Horper als Chef der Horper Biogas GbR. Für die 28 500 IHK-Mitgliedsbetriebe ergibt sich bei der diesjährigen Wahl zudem ein Novum. Zum ersten Mal können die Unternehmer auch online abstimmen. „Damit sind wir dem Wunsch unserer Unternehmen entgegengekommen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer.

Und der Hauptgeschäftsführer hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung: „Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch! Sie stärken damit die demokratische Legitimation der Vollversammlung, die wirtschaftliche Selbstverwaltung und das Gewicht unserer Stimme gegenüber Politik und Verwaltung.“

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