1. Region
  2. Wirtschaft

5000 Euro Strafe für Grenzgänger - Luxemburg-Pendler muss zudem kräftig Steuern nachzahlen

5000 Euro Strafe für Grenzgänger - Luxemburg-Pendler muss zudem kräftig Steuern nachzahlen

Für Luxemburg-Pendler wird das Steuerrecht schwierig, wenn sie nicht ausschließlich im Großherzogtum beschäftigt sind. Arbeiten sie mehr als 19 Tage in Deutschland oder einem anderen Drittstaat, werden auch dort Abgaben fällig. Wer das nicht beachtet, für den kann es teuer werden.

Trier/Luxemburg. Für einen deutschen LKW-Fahrer, der in Luxemburg angestellt ist, gab es eine böse Überraschung. Jahrelang gab der Berufskraftfahrer in Deutschland keine Steuererklärung ab, obwohl er von dieser Verpflichtung wusste. "Er hat versucht, sich über Jahre zu verstecken, jedoch ohne Erfolg", erklärt Klaus-Robert Braus vom Finanzamt Trier.

Der Fahrer war für seinen Arbeitgeber auch außerhalb von Luxemburg auf Tour. Die Spedition hatte dies auch bei seiner Steuerberechnung in Luxemburg beachtet und nur die entsprechenden Fahrtzeiten im Großherzogtum in Luxemburg versteuert. Gleichzeitig hatte sie ihren Mitarbeiter informiert, dass die übrigen Zeiten in Deutschland zu versteuern seien. Dieser gab aber keine Steuererklärung ab und versuchte sich "vor dem deutschen Finanzamt zu verstecken". Doch ohne Erfolg: Nach Abschluss der Ermittlungen muss er nun nicht nur seine Steuern nachzahlen, sondern bekommt auch noch 5000 Euro Geldstrafe aufgebrummt. Der Chef des Finanzamtes Trier, Jürgen Kentenich: "Nach umfangreichen Ermittlungen konnte die Steuerfahndung nicht nur den luxemburgischen Arbeitslohn, sondern darüber hinaus auch noch eine in Deutschland steuerpflichtige luxemburgische Rente aufdecken." Für acht Jahre musste der Lastwagenfahrer deshalb inklusive Zinsen 35 000 Euro nachzahlen.

Für das Finanzamt Trier ist das kein Einzelfall. Nach Angaben des Vorstehers Jürgen Kentenich kommen solche Fälle häufig vor: "Viele Grenzpendler nach Luxemburg ignorieren ihre Abgabeverpflichtung gegenüber dem deutschen Finanzamt und hoffen, nicht entdeckt zu werden." In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass die luxemburgische Steuerverwaltung die ihr von den Arbeitgebern übermittelten Lohndaten von Grenzpendlern jährlich an das Bundeszentralamt für Steuern weiterleitet. Dazu ist Luxemburg - wie auch alle anderen EU-Mitgliedstaaten - seit dem Kalenderjahr 2014 verpflichtet.Extra

Steuerzahler müssen zumindest in den kommenden Tagen nicht mit schlechten Nachrichten vom Finanzamt rechnen: Die Finanzämter im Land werden in diesem Jahr den Weihnachtsfrieden wahren. Darauf wies Finanzministerin Doris Ahnen hin. "Der Weihnachtsfrieden ist eine gute Tradition und trägt zur Bürgerfreundlichkeit der Finanzverwaltung bei", erklärte Ministerin Ahnen. Vom 23. Dezember bis zum 1. Januar sei deshalb von Verwaltungsakten abzusehen, die für die Steuerzahler belastend sein könnten. Die Finanzämter sollen in diesem Zeitraum keine Betriebsprüfungen ankündigen oder beginnen und keine Vollstreckungsmaßnahmen durchführen. Ausnahmen von dieser Regel soll es nur geben, wenn die Finanzverwaltung schnell handeln muss, um Steuerausfälle zu vermeiden. Maschinell erstellte Mitteilungen wie auch Mahnungen würden allerdings weiterhin versandt. "Steuerbescheide werden wie im Vorjahr auch während des ‚Weihnachtsfriedens' versandt. Diese Regelung hat sich bewährt. Viele Bürgerinnen und Bürger machen gerade zum Jahresende Kassensturz und ihre Pläne für die Zukunft. Außerdem sollen Steuererstattungen nicht verzögert werden", so Ministerin Ahnen. red