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Abba-Sänger lebt in Holzhaus aus Morbach

Abba-Sänger lebt in Holzhaus aus Morbach

Die Morbacher Firma Eugen Decker Holzindustrie hat sich in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben in Europa zum Marktführer für Leimholzprodukte entwickelt. Um diese Stellung auszubauen, hat das Unternehmen zehn Millionen Euro in neue Produktionsanlagen investiert.

Morbach. Die Morbacher Firma Eugen Decker Holzindustrie befindet sich auf Wachstumskurs. Zehn Millionen Euro hat das Unternehmen in eine neue Fertigungsstraße investiert, mit der Brettsperrholzplatten produziert werden. Diese Platten werden für Wände und Decken von Einfamilienhäusern verwendet.
Das Besondere: Die Wände werden so nicht in Rahmenbauweise erstellt, sondern massiv gebaut, erklärt Geschäftsführerin Brigitte Decker-Wilbert. Mit den neuen Maschinen kann Decker pro Tag zwei bis drei Einfamilienhäuser herstellen.
Beim Brettsperrholz werden zwischen drei und neun Holzschichten kreuzweise miteinander verklebt und zusammengepresst. Die Platten können bis zu einer Größe von 16 Meter mal 3,40 Meter hergestellt werden.
Zwei Tage für den Rohbau


Dann werden nach den Angaben des Architekten Fenster, Türen und Löcher für Steckdosen und andere Versorgungsleitungen in die Wände hineingeschnitten. Die Hausteile werden anschließend zur Baustelle geliefert und von einem Holzbau- oder einem Zimmereibetrieb wie ein Puzzle zusammengesetzt. "In zwei Tagen steht dann der Rohbau", sagt Decker-Wilbert.
Prominente Personen haben sich für ein Haus entschieden, dessen Bestandteile bei Eugen Decker Holzindustrie gefertigt wurden. Björn, Musiker der ehemaligen schwedischen Popgruppe Abba, wohnt in einem Holzhaus "Made in Morbach", sagt Decker-Wilbert.
Auch die Dächer der Morbacher Grundschule und der Rettungswache Morbach sind mit Platten aus Brettsperrholz gebaut worden. Doch die Einsatzmöglichkeiten der bei Decker gefertigten Massivholzteile gehen über Dächer und normale Einfamilienhäuser weit hinaus.
Mit den Platten aus Morbacher Produktion werden Turnhallen und Mehrfamilienhäuser in ganz Europa gebaut. Auch Schulen, Kindergärten und andere kommunale Gebäude können mit Konstruktionen aus Brettsperrholzplatten errichtet werden. Landesweit für Aufsehen sorgte dieses Jahr der Bau des Gesundheitszentrums in Büchen beuren. Es handelt sich dabei um das erste dreigeschossige Gebäude in Rheinland-Pfalz, das in Massivholzbauweise entstand. Das Bauwerk mit einer Fläche von 52 mal 13 Meter und einer Höhe von 10,50 Meter mit einer Nutzfläche von 1800 Quadratmetern wurde in zehn Tagen zusammengesetzt.
Aber das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. In Berlin steht ein siebengeschossiges, in London gar ein neungeschossiges Wohngebäude aus Brettsperrholz. Der Exportanteil des Familienunternehmens liegt bei 90 Prozent. 1997 arbeiteten 80 Mitarbeiter bei der Eugen Decker Holzindustrie. In diesem Jahr beschäftigt Decker 150 Mitarbeiter an den Standorten Morbach und Bischofsdhron.
1983 wurde das Unternehmen als Sägewerk gegründet. 1997 produzierte das Unternehmen erstmals getrocknete und mehrfach verleimte Balken. 2000 kam im Werk Bischofsdhron die zweite Leimholzlinie hinzu.
Das Sägewerk fungiert als eigener Zulieferbetrieb für die Leimholzproduktion. Das Rundholz, das im Sägewerk verarbeitet wird, stammt aus einem Umkreis von 200 Kilometern. Zusätzlich wird Holz von Sägewerken aus ganz Europa angekauft, um die Nachfrage nach Leimholzprodukten zu befriedigen.
In diesem Jahr gab es für Eugen Decker Holzindustrie in Morbach neben der Inbetriebnahme der neuen Anlage für die Brettsperrholzproduktion einen weiteren Höhepunkt: Ein viel beachtetes Bauwerk auf der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz war der Iglu-ähnliche Pavillon "Echolot" von der Fachhochschule Koblenz. Die 6000 Holzstäbe aus Douglasie, mit denen die Studenten die Konstruktion ausführten, wurden von dem Morbacher Unternehmen geliefert. Unternehmensdaten:Firma: Eugen Decker Holzindustrie KG Gegründet: 1983 Branche: Sägewerk und Produktion von Leimholzprodukten Umsatz: Keine Angaben Mitarbeiter: 150, davon drei Auszubildende Markt: Europa