Abenteuer Bahn

TRIER. Die Bahn lockt die Kunden mit Frühbucherrabatten und Gruppentarifen. Doch immer mehr Kunden beschweren sich über volle und vor allem verspätete Züge. Der TV dokumentiert beispielhaft, was ein Ehepaar aus Konz erlebt hat.

"Wir haben die Nase voll. Vorerst fahren wir nicht mehr mit derBahn." Ute Burkholz wird wohl nicht mehr zur Kundin der Bahn.Dabei hatte die 63-jährige Konzerin und ihr Mann, 67, beideüberzeugte Autofahrer, fest vor, künftig häufiger "stressfrei undbequem" zu reisen. "Doch am Schluss waren wir mit den Nerven amEnde." Was ist passiert? Drei Mal ist das Ehepaar mit dem"Unternehmen Zukunft" gefahren - drei Mal wurde es enttäuscht. Der erste Versuch: die Fahrt nach Zürich ein Horrortrip. In Koblenz läuft der ICE nach Basel verspätet ein - angeblich eine Panne. Dann war der Zug übervoll, trotz Platzreservierung mussten die Konzer um ihre Plätze kämpfen. "Das war chaotisch", erinnert sich Ute Burkholz. Als sie in Basel waren: Anschlusszug verpasst. Sie kamen zu spät in Zürich an, verpassten ihren Termin.

Zweiter Versuch: Mit dem Wochenend-Ticket nach Essen. Beim Umsteigen in Koblenz war der Anschlusszug weg. Eine Stunde später als geplant kam das Ehepaar in Essen an.

Der dritte Versuch: Mit dem Frühbucherrabatt nach Frankfurt. Bereits der Zug von Konz nach Trier hatte Verspätung. "Wir mussten uns abhetzen, um in Trier den Zug zu erreichen, haben es aber gerade noch geschafft." Im Abteil war es eisig kalt. "Der Schaffner sagte uns: 'Sie müssen in einen anderen Waggon oder frieren. Hier ist die Heizung defekt.'" Mit 25-minütiger Verspätung kamen sie in Frankfurt an. Drei Tage später die Rückfahrt mit dem IC von Frankfurt nach Luxemburg. Die Abfahrt verspätete sich bereits um 15 Minuten. Bis Trier wurden daraus 35 Minuten Verspätung. Der Anschluss-Zug nach Konz, Hauptbahnhof, war weg. Der nächste Zug hielt nur Konz-Mitte. Das Auto stand aber am Hauptbahnhof. Ihr Mann marschierte los, seine Frau wartete mit zwei Koffern in Eiseskälte am Bahnsteig. Das Urteil von Ute Buchholz: "Bahnfahren ist etwas für Abenteuerlustige, aber nichts für uns."

Viele Bahnfahrer machen ähnliche Erfahrungen. Welche Rechte haben die Kunden? Hier einige Tipps der Verbraucherzentralen: Kann die Reise in der Nacht wegen Verspätung nicht fortgesetzt werden, hat der Reisende Anspruch auf eine Hotel-Übernachtung.

Ist das Ziel wegen einer großen Verspätung nicht mehr zu erreichen, kann der Fahrgast kostenlos zum Ausgangsbahnhof zurückkehren oder den Preis für die restliche Strecke zurückverlangen.

Bei Verspätungen von mehr als 90 Minuten im Fernverkehr gibt es einen Reisegutschein.