Ärger mit den Gebühren fürs Automaten-Geld

Ärger mit den Gebühren fürs Automaten-Geld

Man wollte nur 50 Euro am Geldautomaten ziehen. Doch beim späteren Blick auf den Kontoauszug stellt sich heraus, dass 57,50 Euro oder noch mehr abgebucht worden sind. Wer sich an fremden Geldautomaten, egal in welcher Höhe bedient, muss kräftig bluten. Die Politik will dagegen vorgehen, weiß aber noch nicht, wie.

Berlin. (vet) Mittlerweile kassieren die Banken in Deutschland eine Gebühr von durchschnittlich 5,64 Euro fürs "Fremdgehen". Das sind 13 Prozent mehr als noch im Juni des Vorjahres. Zu den negativen Spitzenreitern in der Branche zählen die Sparkasse Fürstenfeldbruck und die Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz. Sie schlagen mindestens zehn beziehungsweise acht Euro pro Abhebung drauf.

"Die Intransparenz für die Bankkunden nimmt zu", hat Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt beobachtet. Bis 1997 waren die Gebühren noch gesetzlich bei vier Mark gedeckelt. Doch im Zuge einer EU-Verordnung legt jede kartenausgebende Bank ihre Gebühr inzwischen selbst fest.

Verbraucherschützer fordern Preisinformation



Richtig in Fahrt kam die Preisspirale durch die Konkurrenz der Direktbanken. Sie werben mit Super-Angeboten und kostenlosen Abhebungen, haben aber kaum eigene Geldautomaten. Das führte sogar dazu, dass zahlreiche Sparkassen ihre Automaten für Direktbanken sperren ließen.

Die wahren Kostentreiber sind nach Erkenntnissen der FMH jene Banken, deren Geldautomaten von einem Fremdkunden benutzt werden. Dessen Geldinstitut muss dafür ein sogenanntes Interbankenentgelt zahlen, dessen Höhe jede Bank, deren Geldautomat genutzt wird, selbst festlegt. Wenn zum Beispiel ein Kunde der Direktbank ING-DiBa bei der Sparkasse Laubach-Hungen Geld abhebt, dann berechnet diese Sparkasse der DiBa ein sattes Interbankenentgelt von 20 Euro. Die Kosten für die Bereitstellung des Bargeldes liegen aber tatsächlich bei etwa 60 Cent pro Vorgang. Im Klartext: Viele Banken bereichern sich in starkem Ausmaß an den Kunden anderer Geldhäuser. An zahlreichen Geldautomaten finden sich nicht einmal Hinweisschilder, die darauf aufmerksam machen, dass die Fremdnutzung mit Kosten verbunden ist. Jana Brockfeld vom Bundesverband der Verbraucherschützer plädiert deshalb für eine gesonderte Information im Display des Geldautomaten. "So kann man noch überlegen, ob man den Vorgang fortsetzen will oder nicht." Mit einer Verpflichtung zur Angabe der konkreten Gebühren-Höhe an Fremdautomaten tut sich die Politik schwer. Schließlich kalkuliert jedes Geldinstitut anders. Zu diesem Thema ist am 17. März ein Fachgespräch im Verbraucherschutz-Ausschuss geplant.

Kunden sollten immer im Blick haben, welchem Verbund ihre Bank angehört. Im sogenannten Cashpool können zum Beispiel Kunden der Citibank und der Sparda an insgesamt 2500 Automaten kostenlos Geld abheben. Der Cash Group gehören die Deutsche Bank und die Commerzbank an. Ihren Kunden stehen bundesweit 7000 Automaten kostenlos zur Verfügung. Die Volks- und Raiffeisenbanken bringen es auf 18 000 Automaten, Sparkassenkunden können an 25 000 Automaten kostenlos abheben.