Alarmierende Prognose zum Fachkräftemangel in der Region

Wirtschaft : Alarmierende Prognose zum Fachkräftemangel in der Region

Nach einer neuen Studie ziehen immer mehr junge Leute vom Land in die Städte. Vielen Unternehmen fehlen Azubis und Mitarbeiter. Doch die Betriebe können etwas dagegen tun.

Junge Menschen zieht es für Berufsausbildung, Studium oder Job immer mehr in größere Städte. Das bringt Unternehmen auf dem Land zunehmend in Schwierigkeiten, weil Fachkräfte fehlen, ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der Region Trier bescheinigt IW-Forscher Alexander Burstedde sogar einen überdurchschnittlich großen Fachkräftemangel. Unternehmen im Raum Trier konkurrierten bei Stellenbesetzungen fast immer um eine unzureichende Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte, die sich somit die attraktivsten Arbeitgeber aussuchen könnten, sagte Burstedde unserer Zeitung.

Es gebe kaum ein Unternehmen, das damit keine Probleme habe, sagte unlängst IHK-Präsident Peter Adrian. Nach einer aktuellen Erhebung der rheinland-pfälzischen Kammern sind 60 Prozent der Firmen stark vom Fachkräftemangel betroffen. Tendenz steigend. In zehn Jahren rechnen die Kammer-Experten sogar mit 85 Prozent.

Ähnlich angespannt ist die Lage im regionalen Handwerk. Dort war zuletzt von rund 2000 fehlenden Mitarbeitern die Rede. Aktuell sind laut HWK-Experte Carl-Ludwig Zentner allein 805 Lehrstellen  nicht besetzt. Nach seinen Angaben wurden im ersten Halbjahr fast zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Dabei sind die regionalen Azubi-Zahlen im bundesweiten Vergleich gar nicht so schlecht. „In Trier und Umgebung kommen überdurchschnittlich viele Auszubildende auf eine Fachkraft mit Berufsabschluss“, sagt IW-Experte Burstedde. Eine Aussage, die erahnen lässt, dass die Situation auf dem Ausbildungsmarkt anderswo in Deutschland noch wesentlich dramatischer ist.

Um den Fachkräftemangel nachhaltig zu bekämpfen, müsse mehr qualifiziert werden, sagt Alexander Burstedde. Den Unternehmen empfiehlt der Forscher zudem, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und auf die Vorzüge des eigenen Betriebs gegenüber anderen hinzuweisen. Dabei müsse man natürlich wahrhaftig und glaubwürdig sein, sagen die Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Bei den Akademikern haben die Kölner Forscher in der Region Trier ein starkes Stadt-Land-Gefälle festgestellt. In Trier gibt es danach überdurchschnittlich viele Beschäftigte mit Hochschulabschluss, während der Anteil in den Kreisen weniger als halb so hoch ist wie im Bundesschnitt. Schlussfolgerung der Forscher: Es gelinge nur unzureichend, Hochschulabsolventen attraktive Arbeitsangebote zu machen.

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