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Alle Mittel gegen Mittal

Alle Mittel gegen Mittal

Der Luxemburger Stahlriese Arcelor geht in die Offensive: Mit einer groß angelegten Rettungs-Strategie will der Weltmarkt-Zweite die feindliche Übernahme durch Mittal Steel verhindern, zumindest Teile der Kauf-Offerte ändern.

Denn Arcelor ist nicht nur fest davon überzeugt, allein auf dem Stahlmarkt zurecht zu kommen. Das Unternehmen hält das Mittal-Angebot auch für viel zu niedrig. Die Folge: Das Management will Arcelor für den Käufer möglichst teuer und schwer verdaulich erscheinen lassen. Das sind Abwehr-Mechanismen, die nicht nur im Großherzogtum erfunden, sondern auch von japanischen Wettbewerbern angekündigt werden. Ihre Strategie für die Selbstständigkeit lassen sich die Luxemburger einiges kosten: Mit der Übertragung der Anteile an der kanadischen Dofasco an eine Stiftung fließen deren Gewinne nicht mehr in die Arcelor-Bilanz mit ein. Und auch die Dividenverdreifachung von 65 Cent im vergangenen Jahr auf nun 1,80 Euro je Aktie entzieht dem Unternehmen Geld - es verliert an Attraktivität. Das zeigte seine Wirkung: Die Papiere von Arcelor als auch von Mittal Steel verloren gestern an Wert. Ein ungewöhnliches Poker-Spiel, über dessen Ergebnis sich die Aktionäre freuen dürfen. Ihre Gunst wird den Konzernen immer mehr wert und zeigt, in welchen Branchen noch richtig Geld zu verdienen ist. s.schwadorf@volksfreund.de