Alles im Fluss

Bestätigung: Aufgrund des geringen Absatzes sieht der Gerolsteiner Brunnen "im Moment keinen Bedarf für weitere Abfüllkapazitäten oder ein Hochregallager". Die geplanten Investitionen in Höhe von 62 Millionen Euro werden auf Eis gelegt, das Unternehmen umstrukturiert. Ob Jobs in Gefahr sind, bleibt offen.

Gerolstein. Der Gerolsteiner Brunnen hat dem TV bestätigt, dass er die bis 2011 geplanten Investitionen in Höhe von 62 Millionen Euro zurückstellt. Als Grund wird die derzeitige Absatzkrise angeführt. Zudem hat der neue Geschäftsführer Axel Dahm eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens eingeleitet. Deshalb seien "langfristige Investitionsmaßnahmen und Organisationsstrukturen grundsätzlich neu zu überdenken". Bis Mai 2009 soll klar sein, was alles verändert wird. Ob auch Jobs gestrichen werden, wurde offen gelassen.

Nachricht löst Bedauern aus



Im Landkreis Vulkaneifel sorgten die Nachrichten vielfach für Enttäuschung, Panik lösten sie aber nicht aus. So sagte Landrat Heinz Onnertz: "Bedauerlich. Ich hoffe, dass sich die Rahmenbedingungen, insbesondere der Absatz, zukünftig so entwickeln, dass es sich hier nur um eine zeitliche Verzögerung handelt."

Für Matthias Pauly (CDU), Bürgermeister des Gerolsteiner Landes, ist die Nachricht von den auf Eis gelegten Investitionen, von denen er bislang nichts wusste, "nicht unbedingt negativ". "Schließlich bedeuten Investitionen immer auch Abschreibungen und somit geringere Gewerbesteuereinnahmen", sagte er.

Gerolsteins Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz (CDU) geht auch so von "deutlich geringeren Gewerbesteuereinnahmen in den nächsten Jahren" aus - wegen geringeren Mineralwasser-Absatzes. In der Folge werde es auch in der Stadt eine spürbar gehemmte Investitionstätigkeit geben, denn: "Die Stadt lebt und stirbt mit dem Brunnen."

Ein Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen Gerolsteins belegt dies. Mit Ausnahme der extremen Jahre (2004: 12,6 Millionen Euro; 2007: 940 000 Euro) war es in der Regel so, dass alle anderen Unternehmen zusammen rund eine Million Euro Gewerbesteuer zahlten, der Rest kam vom Gerolsteiner Brunnen. Die Einnahmen pendelten zwischen 3,5 Millionen Euro in diesem Jahr und 9,2 Millionen Euro 2003. Seit dem Spitzenjahr 2004 ist ein Abwärtstrend erkennbar.

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