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Als attraktiver Botschafter die Jugend gewinnen

Als attraktiver Botschafter die Jugend gewinnen

Michael Eschles Chancen beim Wettbewerb zum Mister Handwerk Deutschland sind nicht schlecht: Bei der Online-Abstimmung, die noch bis 10. März läuft, hat der 38-jährige Trierer derzeit die Nase vorn. Wenn er beim Finale Publikum und Jury überzeugt, will der Maler- und Lackierermeister als Botschafter die Jugend für das Handwerk begeistern.

Trier. Auszubildende, Gesellen und Meister, ein Dachdecker, eine Goldschmiedin und ein Zahntechniker: Beim Rennen um Miss und Mister Handwerk Deutschland stehen je sechs Frauen und Männer im Finale. Zum vierten Mal sucht das Deutsche Handwerksblatt die "attraktivsten Vertreter des Handwerks", wie es in der Ausschreibung heißt.
Gute Aussichten


In diesem Jahr mit dabei: Maler- und Lackierermeister Michael Eschle. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich so weit komme", sagt der 38-Jährige, der zusammen mit seinem Vater die Firma L. Kirsch in Trier führt und Obermeister seiner Innung in Trier-Saarburg ist. Von den mehr als 100 Bewerbern wurden im September 38 zu einem professionellen Fotoshooting nach Düsseldorf eingeladen, 24 schafften es mit ihrem Bild in den Kalender "Germany\'s Power People 2014".
Michael Eschle ist der März. Dynamisch schwingt er Pinsel und Rolle, das enganliegende weiße Shirt lässt erahnen, wie durchtrainiert der 38-Jährige ist, auf den linken Bizeps sind die Namen seiner beiden Söhne Fabio und Leo tätowiert. "Die finden es toll, dass ich dabei bin", sagt er. Eschles Muskeln sind allerdings nicht nur Ergebnis seines körperlich anstrengenden Jobs - er ist leidenschaftlicher Sportler. Früher war er Zehnkämpfer, heute macht er das sogenannte Powerlifting, auf Deutsch: Kraftdreikampf. Dazu gehören Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben.
Das betreibt er allerdings nur noch hobbymäßig - für mehr fehlt die Zeit. Denn neben seiner Arbeit engagiert sich der Obermeister seit Jahren für das Handwerk. Er ist bei Gesellen- und Meisterprüfungen dabei und gehört zum Bildungsausschuss seiner Innung auf Landesebene.
Nachwuchs liegt ihm am Herzen


Als "Meister im Unterricht" informiert er zukünftige Schulabgänger über Ausbildungsmöglichkeiten. Er selbst hat seine Lehre nach dem Realschulabschluss gemacht, verkürzte auf zwei Jahre, erwarb 1998 den Meistertitel, schloss noch eine Weiterbildung als Betriebswirt an und stieg 2007 in die Firma seines Vaters ein.
Der Nachwuchs liegt Michael Eschle sehr am Herzen. Deswegen bewirbt er sich auch um den Titel Mister Handwerk Deutschland: Als Botschafter will er zum Beispiel auf Messen und Informationsveranstaltungen vor allem die Jugend für das Handwerk gewinnen. Im Moment sei die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zwar noch gut, weiß Eschle, der selbst zwei Azubis in seinem Betrieb beschäftigt. Doch in Zukunft werde der Pool an qualifiziertem Nachwuchs immer kleiner - "und nicht nur wir im Handwerk werben um die guten Kräfte." Als Mister Handwerk könnte er den Jugendlichen zeigen, wie attraktiv - im vielfachen Sinne - diese Berufswelt ist.
Seine Chancen auf den Titel sehen derzeit jedenfalls nicht schlecht aus: Bei der Abstimmung im Internet (siehe Extra) ist er der männliche Kandidat mit den meisten Stimmen. Die Entscheidung fällt am 14. März in München auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM), zu der alle zwölf Anwärter eingeladen sind. Das Internetergebnis und die Stimmung im Publikum wird die siebenköpfige Jury, zu der auch Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, gehört, bei ihrer Entscheidung berücksichtigen.
Aufgeregt ist Michael Eschle, der übrigens der erste Innungsobermeister ist, der beim Wettbewerb mitmacht, nicht. Und er probt auch nicht für seine Laufsteg-Auftritte in Arbeits- und in Sportkleidung. "Da muss man nur ganz normal die Füße voreinander setzen", sagt er und lacht.
Extra

Michael Eschle vor der Profikamera: Der Maler- und Lackierermeister will Mister Handwerk Deutschland werden. Foto: Axel Weiss.

Bis zum 10. März, 12 Uhr mittags, kann noch für Michael Eschle - und natürlich die anderen Kandidaten - im Internet geklickt werden: gpp.handwerksblatt.de. Eine kostenlose App gibt\\'s auch, sowohl für iPhone wie Android- Betriebssysteme. Das Stichwort lautet "Kalenderstar". Der Wandkalender, ein Projekt der Verlagsanstalt Handwerk und der Signal Iduna, kann auf der Seite www.vh-buchshop.de erworben werden. Den Wettbewerb Miss und Mister Handwerk Deutschland richtet das Deutsche Handwerksblatt in Kooperation mit der Signal Iduna Gruppe, der IKK Classic und Sage Software aus. arn