Alte Maschen ziehen noch

Alte Maschen ziehen noch

TRIER. Trickbetrüger auf dem Vormarsch: Die Anzeigen von Opfern häufen sich. Die Trierer Polizei ermittelt gleich in zwei Fällen.

Neu sind die Maschen nicht, doch anscheinend immer noch erfolgreich. Auf den so genannten Enkeltrickbetrug fallen vor allem Senioren rein. Und trotz ständiger Warnungen haben Internet-Betrüger mit Phishing-Attacken immer noch Erfolg und kommen so an die Konto-Daten von Kunden, die Online-Banking betreiben. In Trier fielen gleich zwei Opfer auf die miesen Tricks herein und wurden so um viel Geld gebracht. Eine 81-Jährige erhielt am Montag einen Anruf. Der Mann am Telefon gaukelte ihr vor, einer ihrer Enkel zu sein, der dringend Geld brauche. Kurze Zeit später tauchte eine unbekannte, dunkelhaarige Frau bei der alten Dame auf und holte die vereinbarte Summe bei ihr ab: 60 000 Euro übergab die Seniorin der Frau. Erst als der vereinbarte Termin, an dem ihr das Geld angeblich zurückgezahlt werden sollte, verstrichen war, rief die Rentnerin die Polizei. Von der jungen Frau fehlt bislang jede Spur. Die Polizei sucht nach ihr (Hinweise an Kripo Trier: 0651/9779-2290). Auch andere ältere Frauen in Trier wurden Anfang der Woche von unbekannten Männern angerufen und um Geld gebeten. In zwei Fällen blieb es jedoch beim Betrugsversuch. Die Polizei warnt daher vor den bundesweit agierenden Enkeltrickbetrügern: Niemals auf telefonische Geldforderungen eingehen. Den echten Enkel zurückrufen, um abzuklären, ob er wirklich Geld will. Mit Personen des Vertrauens sofort über den Anruf reden. Den Vorfall sofort der Polizei melden. Oft geben sich die Betrüger auch als Bekannte oder Freunde von Nachbarn aus. Seit Anfang des Jahres hat laut Polizei die Zahl des Enkeltrickbetrügereien wieder deutlich zugenommen. Auch die Zahl der so genannten Phishing-Attacken geht wieder deutlich nach oben. Wer einen Computer und ein eigenes elektronisches Postfach hat, kennt die Mails. Getarnt mit Absendern von Postbank oder Dresdner Bank fordern die Verfasser der Betrügerschreiben die Empfänger auf, auf eine bestimmte Internetseite zu gehen und dort ihre Zugangsdaten für ihr Online-Konto einzugeben. Einer Frau wurde das nun zum Verhängnis. Durch einen so genannten Trojaner, ein Programm, das anderen Computernutzern schaden soll, wurden ihre Bankdaten abgefischt. Mit der persönlichen Identifikationsnummer (Pin) und einer fürs Online-Banking notwendigen Transaktionsnummer wurde ein paar Tage später ein vierstelliger Betrag vom Konto der Frau abgehoben. Die Ermittler des Kommissariates Vermögensdelikte der Trierer Kripo konnten nun einen 24-Jährigen aus Bonn ausfindig machen, der das Konto der Frau geplündert haben soll. Die Polizei warnt nun alle Online-Konto-Inhaber: Niemals geheime Konto-Zugangsdaten weitergeben. Falls man seine Daten bereits offen gelegt hat, sofort seine Bank informieren und notfalls das Konto sperren lassen. Wer Online-Banking macht, sollte unbedingt Virenschutzprogramme benutzen. Opfer solcher Attacken sollten die Polizei einschalten.

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